Patienten-News

Herpesviren: Auch an Parodontitis beteiligt?

Wie ein jüngst veröffentlichter Fachbeitrag in einer zahnärztlichen Zeitschrift darstellt, könnten Herpes-Viren am entzündlichen Geschehen einer Parodontitis beteiligt sein. Mit Herpesviren sind rund 80 % der Bevölkerung infiziert – mit regionalen Unterschieden in der Ausprägung. Bei den meisten zeigt sich kein akutes Krankheitsgeschehen – bei Erstinfektion kann kaum etwas zu spüren sein, während andere, vor allem immungeschwächte Personen und Schwangere unter erheblichen bis gefährlichen Folgen leiden können. Herpesviren bleiben lebenslang ruhend im Körper und können unerwartet in einer Erkrankung ausbrechen. Forscher haben nun entdeckt, dass auch im Speichel unter dem Zahnfleischrand und sogar im Zahnfleisch selbst Herpesviren zu finden waren – und zwar dort am meisten, wo auch eine Zahnbettentzündung(Parodontitis) weit fortgeschritten war. Dagegen fand man bei mundgesunden Patienten in dieser Region kaum Hinweise auf virale Belastung. Die Untersuchungen zeigen, dass in Verbindung mit Herpesviren auch schädliche bakterielle Keime um ein vielfaches aggressiver wirken. Auch auf einen nicht unproblematischen Aspekt weisen die Wissenschaftler hin: Da sich aggressive Viren und Keime in der Speichelflüssigkeit unter dem Zahnfleischrand befinden, ist eine direkte Übertragung zwischen Personen möglich. Hilfreich sind vor allem zahnärztliche Behandlungen, die die bakterielle-Belastung reduzieren: Sinkt diese, reduziert sich gleichermaßen das virale Risiko.

Milchzähne: Fluorid-Lack nützt

Unterstützung für diese Form des Milchzahn-Schutzes kam kürzlich von höchster Stelle: Das IQWIG(Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen), das für seine meist kritischen Positionen zu verschiedenen Behandlungsmaßnahmen aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen bekannt ist, gab für Fluorid-Lack zur Kariesvorbeugung bei Milchzähnen grünes Licht. In der Stellungnahme machte das IQWIG deutlich, dass es bei der Zahngesundheit der unter drei Jahre alten Kinder kaum Verbesserungen gebe: Während bei den älteren Kindern und den Erwachsenen die Kariesfreiheit erheblich gestiegen ist, ist sie bei den kleinen Kindern unverändert auf bedenklichem Niveau. Zitat aus der Stellungnahme:„Kinder sind besonders anfällig für Karies, denn bei den ersten Zähnen ist der Zahnschmelz empfindlicher als bei bleibenden Zähnen." Insbesondere bei kleinen Kindern könne die Mundhygiene und damit die Vorbeugung von Karies eine Herausforderung sein. Klare Botschaft des IQWIG:„Fluoridlack trägt wirksam zur Remineralisierung der Zahnoberfläche bei und verhindert die Entstehung und das Fortschreiten von Karies. Speziell bei kleinen Kindern bietet der Einsatz von Fluoridlack Vorteile, weil er schnell aushärtet."

BARMER-Studie: Frauen gehen öfter zum Zahnarzt

In ihrem diesjährigen sogenannten„Zahnreport", den die BARMER alljährlich auf ihrer Datenbasis erstellt, ist ablesbar, dass offenbar Frauen häufiger die zahnärztliche Praxis aufsuchen als Männer. Während im Jahr 2016 rund zwei Drittel aller Männer mindestens einmal die Zahnarztpraxis aufgesucht hatten, waren es drei Viertel aller Frauen. Die kürzlich veröffentlichten Daten zeigen auch, dass Frauen – es geht bei dieser Studie einer gesetzlichen Krankenkasse nur um„Kassenleistungen" beim Zahnarzt–auch mehr zahnärztliche Leistungen in Anspruch nehmen als Männer. Entsprechend sind die durchschnittlichen Kosten, die die BARMER für die zahnärztliche Behandlung ihrer männlichen Mitglieder bezahlt, auch deutlich niedriger(177 Euro/Männer gegenüber 196 Euro/Frauen). Das wird auch an einem Detail deutlich: Doppelt so viele Frauen wie Männer erhalten eine Aufbiss-Schiene(z.B. gegen stressbedingtes Knirschen). Frauen nehmen zudem etwas häufiger als Männer an Parodontitis-Diagnostik teil. Die Krankenkasse sieht dies als Bestätigung für das„nachweislich höhere Gesundheitsbewusstsein von Frauen."

Parodontitis: Behandlungs-Kontinuität hilft

Eine aktuelle Studie unter Leitung von Prof. Dr. Renate Deinzer, Universität Gießen, ist der Frage nachgegangen, wie eine Parodontitis-Behandlung noch erfolgreicher, vor allem aber nachhaltiger Besserung bringt. Unter anderem hat sich dabei gezeigt, dass diejenigen Patienten, die in Parodontitis-bezogener Mundhygiene immer wieder geschult als nur einmalig unterwiesen wurden, deutlich bessere Mundpflegeergebnisse hatten. Ebenfalls wenig erstaunlich, aber nun immerhin bestätigt ist der Effekt der Therapie-Treue: Diejenigen Patienten, die über Jahre hinweg die Angebote einer so genannten unterstützenden Parodontitis-Behandlung nutzen, hatten im Verlauf der Beobachtungsjahre deutlich weniger Zähne verloren als die Vergleichsgruppe. Es hat sich allerdings auch gezeigt, dass es weiteren Forschungsbedarf gibt, um direkte Zusammenhänge zu überprüfen – die Wissenschaftler bedauerten entsprechend, dass es keine finanziell ausreichenden Forschungsgelder für eine über mehrere Jahre laufende komplexe Studie gebe, hier sei auch Unterstützung im Sinne der öffentlichen Gesundheitsvorsorge notwendig.

Parodontitis: Zusammenhang mit Magenkrebs

Immer mehr Studien lassen einen Zusammenhang von Parodontitis mit teilweise schweren Allgemeinerkrankungen, auch chronischen Erkrankungen erkennen. Typische Mundbakterien finden sich beispielsweise bei entzündlichen Herzerkrankungen, sie erschweren einen Diabetes mellitus und stehen in Verdacht, bei weiteren Erkrankungen belastend zu wirken. Wie nun eine aktuelle Studie der Zahnklinik der New Yorker Universität zeigt, sind die Mundbakterien offenbar auch ein Risikofaktor für die Entwicklung von Magenkrebs. Bei Patienten mit Krebs-Vorstufen fanden sich im Vergleich zu gesunden Menschen deutlich mehr Keime, die zu den klassischen „Bewohnern" der Parodontitis-Zahntaschen gehören. Auch war der Biofilm nicht mehr durch eine Vielfalt sich gegenseitig in Schach haltender Bakterienfamilien stabil, sondern durch teilweise ganz fehlende Bakteriengruppen aus dem Lot geraten. Erneut zeigt sich daher, welche bedeutende Rolle ein „gesunder Mund" für die Allgemeingesundheit spielt: Sorgfältige Mundhygiene pflegt das biologische Gleichgewicht und tut damit nicht nur Zähnen und Zahnfleisch Gutes.

Lange Zähne: Was tun gegen die Empfindlichkeit?

Gut geschützt im oberen Bereich vom harten Zahnschmelz und im unteren Bereich vom Zahnfleisch liegt der Zahnhals. Hier finden sich winzigste Kanäle, die über Nervenfasern an das Nervensystem angebunden sind. Ist der Schutz beispielsweise über das Zahnfleisch nicht mehr gegeben, werden Reize wie Kälte oder Säure über diese Kanäle direkt an den Zahnnerv weitergeleitet, es entstehen kurz- oder längerfristige teilweise heftige Schmerzen. Zwar ist es möglich, die Empfindlichkeit dieser Zahnbereich dadurch zu lindern, dass man solche Stellen mit einem fluoridhaltigen Lack oder speziellem Kunststoff quasi versiegelt. Die Beschichtung hält aber nicht für immer und führt auch nur zu einer Desensibilisierung, nicht zu einer nachhaltigen Lösung des Problems. Wiewohl dies für betroffene Patienten schon eine große Hilfe darstellt, ist der beste Weg, wie eine Veröffentlichung vor einigen Wochen in einer Fachzeitschrift zeigt, das Zurückweichen des Zahnfleisches möglichst zu vermeiden. Bei den Prophylaxe-Terminen sollte man daher auch den Gesundheitszustand des Zahnfleisches prüfen und bei ersten Anzeichen einer Rückbildung nach den Ursachen suchen lassen. Infrage kommen hier beispielsweise zu kräftiges Zähneputzen („Schrubben"), Fehlbelastungen wie Zähne pressen beziehungsweise Knirschen oder auch eine beginnende Zahnbettentzündung. Ist die Ursache erkannt, lässt sich im Frühstadium viel tun, um das Zurückweichen des Zahnfleisches zu stoppen oder zumindest deutlich zu verlangsamen.

Partnersuche: Blick auf die Zähne

Wie eine jüngst auf der Statistikseite statista.de veröffentlichte Studie zeigt, schauen Menschen auf der Suche nach einem Partner zuallererst in dessen Gesicht. Während sich hier Männer und Frauen noch einig sind, driften ihre Ansprüche bei Punkt zwei etwas auseinander. Der Umfrage unter rund 3000 Singles zufolge achten Männer als zweitwichtigsten Aspekt auf die Augen der Frau – die Frauen dagegen auf die Zähne des Mannes. Das Aussehen der Zähne landete bei den äußeren Werten, die Männer beachten, erst auf Platz drei. Vergleichbar ist aber der Anteil der Personen, die Zähne als relevant für die Attraktivität erachten: Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen betrachteten rund zwei Drittel der Befragten die Zähne als wichtig für den Gesamteindruck. Das „Drumherum", die Lippen und der Mund insgesamt, spielten dagegen eine deutlich kleinere Rolle. Viele weitere Studien bestätigen die gewichtige Rolle der Zähne für die Attraktivität – nicht nur für den privaten Erfolg, sondern auch für den beruflichen. Eine Langzeitstudie der Universität Hamburg ergab, dass fast 90 % der Bundesbürger davon ausgehen, dass schöne Zähne auch bei der Karriere helfen.

 

Neue Studie: Zahngesundheit Zwölfjähriger hervorragend

Regelmäßig erhebt die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege (DAJ) den Mundgesundheitszustand der Kinder und Jugendlichen hierzulande. Die vor wenigen Wochen veröffentlichten Daten der jüngsten Studie zeigen, dass immerhin vier von fünf Kindern im Alter von 12 Jahren kariesfreie bleibende Zähne haben. Zusammen mit Dänemark liegt Deutschland mit diesen Werten auf dem internationalen Spitzenplatz. Grund für die naturgesunden Zähne dieser großen Anzahl an jungen Jugendlichen sind nicht zuletzt die vielfältigen Prophylaxe-Maßnahmen in Familie, Schule und Zahnarztpraxis. Allerdings wies die DAJ auch darauf hin, dass erneut ein deutlich zu hoher Wert für zerstörte Milchzähne notiert werden musste, auch wenn insgesamt die erhobenen Werte für eine gestiegene Mundgesundheit im Milchzahnalter sprächen: Im Alter von 6 – 7 Jahren hatten gerade einmal knapp 54 % aller Kinder naturgesunde Zähne. Im Alter von 3 Jahren zeigten bereits fast 14 % aller Kinder karieszerstörte Milchzähne. Die Studienergebnisse zeigen erneut, dass eine kleine Gruppe von Kindern besonders viele geschädigte Zähne haben, nicht selten handelt es sich hier um Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen. Der Vorstand der DAJ betonte daher, dass es weiterhin und verstärkt Aufgabe der Arbeitsgemeinschaft sei, die mundgesundheitliche Chancengleichheit in den Mittelpunkt ihrer Arbeit zu stellen.

Zahn ausgeschlagen: was tun?

Wenn bei einem Sturz oder Unfall ein Zahn ausgeschlagen wurde oder ein Teil abgebrochen ist, muss das nicht zwingend bedeuten, dass keine Reparatur mehr möglich ist. Wird das abgebrochene oder herausgebrochene Zahnstück richtig aufbewahrt, kann es in der Zahnarztpraxis nicht selten wieder an- bzw. eingesetzt werden – vorausgesetzt, es wird zeitnah eine Zahnarztpraxis aufgesucht und der Zahn bzw. der abgebrochene Teil sofort richtig „aufbewahrt". Am besten eignen sich dafür sogenannte Zahnrettungsboxen, sagte kürzlich Prof. Dr. Wolfgang Buchalla, Universitätsklinik Regensburg, in der Zeitschrift Apotheken Umschau. Diese fänden sich in vielen Sporthallen, aber auch in vielen Schulen und Schwimmbädern. Ist keine Zahnrettungsbox verfügbar, geht auch kühle H-Milch. Notfalls nutzt auch gesammelter Speichel. Auch wenn es letztlich darum geht, dass der Zahn bzw. das Zahnstück feucht bleibt, kommt es doch darauf an, dass die feuchthaltende Flüssigkeit den Bedürfnissen des Zahnes entspricht – ihn in Wasser zu legen, ist hier der falsche Weg: Es würde alles weggespült, was das Wiedereinsetzen erleichtern soll. Ziel bei einem ausgeschlagenen Zahn ist der Erhalt der wichtigen faserbildenden Zellen an der Zahnwurzel – nur sie können das Wiedereinwachsen des Zahnes ermöglichen.

Enge Verbindung: Diabetes und Parodontitis

Wie eine aktuelle Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift für Diabetiker zeigt, haben Diabetiker – unabhängig ob vom Typ 1 oder Typ 2 – dreimal so oft eine bakterielle Zahnbettinfektion (Parodontitis) wie Nicht-Erkrankte. Problematisch ist auch, dass bei den „Zuckerkranken" die Zahnbettentzündung belastender verläuft: Sie entwickelt sich schneller und schwerer und führt öfter zu Zahnverlust als bei gesunden Patienten. Die betroffenen Patienten müssen daher häufiger als gesunde Patienten Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt wahrnehmen, mehr Aufwand mit sehr sorgfältiger Mundhygiene betreiben und ihren Blutzuckerspiegel immer gut eingestellt halten. Bei Verdacht, dass etwas aus dem Ruder gelaufen sein könnte mit der empfindlichen Mundgesundheit, sollte sicherheitshalber ein Zahnarzt aufgesucht werden. Problematisch ist die Verbindung von Diabetes und Parodontitis aber auch umgekehrt: Ist dauerhaft eine Entzündung im Mund (Parodontitis) und befindet sich das Immunsystem ständig im Abwehrmodus, senkt das die Wirkung des Insulins. Dadurch kommt der Blutzuckerspiegel aus dem Lot.

Zahnpasta: Immer neue Entwicklungen

Für eine gute Mundhygiene gehören Zahnbürste und Zahnpasta zusammen. Einerseits spült der sich beim Zähneputzen entwickelnde Schaum Nahrungsreste auch aus Zahnzwischenräumen und bindet lockeren Zahnbelag, der leichter ausgespült werden kann. Andererseits poliert die Zahnpasta Beläge auf den Zahnoberflächen weg und reduziert somit raue Stellen, an denen sich Kariesbakterien anhaften könnten. Problematisch wird es, wenn der Schmirgeleffekt zu stark ist: Dann entsteht erst recht eine angeraute Oberfläche. Deshalb gibt es Zahnpasten in verschiedenen Schmirgelstärken. Was für einen Raucher, der Nikotinbeläge wegbekommen möchte, sinnvoll sein kann, kann für einen anderen Patienten ohne Rotwein-, Tee- oder Nikotin-Pigmente auf den Zähnen schon zu stark sein. Auch das Fraunhofer Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen in Halle hat sich der Verbesserung von Zahnpasten verschrieben: Einerseits sollen die bisher noch in vielen Kosmetikartikeln enthaltenen winzigen Kunststoffteilchen (Mikroplastik) endgültig vom Markt kommen, andererseits soll das neue Produkt gut reinigen, ohne den Zahnschmelz allzu stark abzuschmirgeln. Wie eine entsprechende Presseinformation vor wenigen Wochen vermeldete, zeigen sich Versuche mit Buchenholz-Cellulose als vielversprechend. Zudem sei die Herstellung kostengünstig, das Produkt biologisch abbaubar, und vegan ist es auch noch. Derzeit wird die Marktreife vorbereitet.

Zahnverlust: Implantat oder Regelversorgung?

Zu den großen Leistungen der modernen Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde gehört das breite Spektrum an zahnärztlichen und zahntechnischen Möglichkeiten, einen verloren gegangenen Zahn bzw. einen größeren Zahnverlust zu ersetzen. Dem Patienten bieten sich verschiedene Verfahren, zwischen denen er – nach Beratung durch den Zahnarzt – eine Auswahl treffen muss. Neben der Frage der Kosten müssen dabei auch die persönlichen Voraussetzungen seitens des Patienten berücksichtigt werden wie seine Fähigkeiten zur Mundhygiene, eventuelle Vorerkrankungen, seine Ansprüche an Komfort und Ästhetik oder auch seine Erwartungen an die geplante Versorgung und sein Verhältnis zur eigenen Gesundheit insgesamt. Beispielsweise könne es für den Patienten wichtig sein, dass – anders als bei einer kronengetragenen Brücke – die Nachbarzähne um die Zahnlücke bei einer Implantat-Lösung nicht beschliffen werden müssen: Damit geht dann auch keine natürliche Zahnhartsubstanz verloren. Auch könne, so Prof. Dr. Germán Gómez-Román, Pressesprecher der DGI/Deutsche Gesellschaft für Implantologie, im Interview mit einer Tageszeitung, ein nicht mehr stabil sitzender Zahnersatz, egal ob herausnehmbar oder festsitzend, mit einer Implantat-Unterstützung wieder stabilisiert beziehungsweise fixiert werden. Welche prothetische Versorgung für den Patienten die beste ist, erfordert also das Abwägen vieler verschiedener Aspekte. Im Vorfeld einer Beratung in der Zahnarztpraxis macht es daher Sinn, sich bereits erste Informationen zu beschaffen (Beispielsweise auf der DGI-Website: https://www.dginet.de/web/dgi/patients).

Zahnform & Funktion: Altersbedingte Veränderungen

Nicht nur der Körper, auch der Mund verändert sich mit dem steigenden Lebensalter. Normal ist, dass der Zahnschmelz dünner wird, die Zähne wirken dunkler und schimmern auch nicht mehr so wie in jungen Jahren. Ihre Form verändert sich durch die Abnutzung, besonders an den Seiten und an der Kante der Schneidezähne. Wiewohl man meinen könnte, dass dies ältere Patienten stört, zeigen Untersuchungen, dass sie sogar zufriedener mit ihren eigenen Zähnen sind als junge Menschen. Allerdings nur dann, wenn sie noch viele eigene Zähne haben. Es lohnt sich also unbedingt, so ein aktueller Fachartikel zum Thema SeniorenZahnMedizin in einer Fachzeitschrift, die Zähne auch in höherem und hohen Alter unbedingt gut zu pflegen und zu erhalten. Viele ältere Patienten erleben, dass ihre Zähne immer „länger" werden: Dabei weicht lediglich das Zahnfleisch zurück und es wird mehr von der Zahnwurzel sichtbar. Das Problem, das eher typisch für Menschen in höherem Alter ist: Aufgrund des zurückgewichenen Zahnfleisches fehlt ein Bakterienschutz und es bildet sich eher Zahnwurzelkaries. Prophylaxetermine beim Zahnarzt sind daher für ältere Patienten mindestens ebenso relevant wie für junge.

Regelmäßig Tabletten: Konsequenzen für den Mund

Besonders, wenn eine Erkrankung neu diagnostiziert wurde und zur Behandlung die regelmäßige Einnahme von Tabletten gehört (Beispiel: Bluthochdruck), ist vielen Patienten nicht bewusst, dass diese hilfreichen Arzneimittel auch Nebenwirkungen haben können – und das auch oder gerade im Mund. Wenn bei der Beratung in der Arztpraxis der Bereich „Nebenwirkungen" nicht gezielt angesprochen und erklärt wird, empfiehlt der aktuelle Patientenratgeber (ZahnRat) der fünf Landeszahnärztekammern in den neuen Bundesländern, spätestens in der Apotheke nachzufragen – hier ist meist die Anspannung, die vielleicht bei der ärztlichen Beratung noch groß war, schon deutlich geringer und die Aufmerksamkeit für solche Informationen größer. Bluthochdruckpräparate beispielsweise, aber auch solche zur Beruhigung und gegen Depressionen, können den Speichelfluss reduzieren. Der „trockene Mund" ist nicht nur ungewohnt und vielleicht auch unangenehm: Speichel hat eine große Aufgabe zur Gesunderhaltung des Biotops Mundhöhle und damit auch der Zähne. Ist der Speichelfluss reduziert, kann das System aus dem Lot geraten und Karies und Zahnfleischentzündungen begünstigen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den reduzierten Speichelfluss zu kompensieren – hier ist die Zahnarztpraxis eine kompetente Anlaufstelle, um sich in Theorie und Praxis beraten zu lassen.

Implantate: Was bezahlt die Krankenkasse?

Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) bietet ihren Mitgliedern eine Vielfalt an zahnärztlichen Leistungen an, dazu gehört auch die Versorgung mit Zahnersatz. Im Bereich der Prothetik gibt es sehr unterschiedliche Lösungen für ein und dieselbe Situation im Mund eines Patienten. Einige davon gehören in den GKV-Leistungskatalog der Krankenkassen und werden – weitgehend – bezahlt (Regelversorgung, Festzuschuss). Andere Behandlungsmöglichkeiten wie implantatgetragener Zahnersatz werden als besondere Verfahren bezeichnet, die Kosten für die Implantation sind von den Patienten selbst zu tragen. Mitglieder der Privaten Krankenversicherung (PKV) erhalten je nach Vertrag entsprechende Kosten erstattet. Zuschüsse, wenn auch in vergleichsweise geringerem Ausmaß, erhalten allerdings auch GKV-Versicherte: Ihre Krankenkasse bezahlt einen Anteil an der Krone auf dem Implantat über den sogenannten „Festzuschuss". Die Frage, was das Implantat kosten wird und wieviel man selbst an Eigenleistung erbringen muss, ist berechtigt, wie Prof. Dr. Germán Gómez-Román, Pressesprecher der DGI/Deutsche Gesellschaft für Implantologie, kürzlich in einem Ratgeberbeitrag einer Zeitung betonte. Was Patienten selbst klären müssen, ist die Frage, was ihre PKV oder Private Zusatzversicherung genau an Leistungen erstattet – es gibt eine große Vielfalt an Verträgen mit individuell unterschiedlichen Vereinbarungen.

Zahnbürste: Wie oft wechseln?

Unabhängig davon, ob es sich bei dem Hygienehilfsmittel um eine Handzahnbürste oder ein elektrisch betriebenes Gerät handelt: Zahnbürsten halten nicht ewig. Sie müssen in regelmäßigen Abständen ausgetauscht werden. In der Regel empfehlen Experten einen Nutzungszeitraum von sechs Wochen, bei Spezialbürstchen wie denen zur Interdentalraumpflege rund zwei Wochen. Wie ein Informationsbeitrag in der Zeitschrift „Diabetes Ratgeber" kürzlich darstellte, seien in Situationen, in denen Zähneputzen nicht möglich ist, Zahnpflege-Kaugummis eine gute Zwischenlösung – enthalten sie den Zuckeraustauschstoff Xylit, haben sie, so das Journal, auch eine leicht antibakterielle Wirkung. Laut einer Patienteninformation der Landeszahnärztekammer Brandenburg gelten diese Zeiten nicht, wenn man beispielsweise eine Erkältung, Grippe oder eine Herpes-Infektion hat: Sobald die Erkrankung überwunden ist, sollte die bisherige Zahnbürste entsorgt und durch eine neue ersetzt werden. Auf der alten Zahnbürste könnten Erreger überleben und eine Re-Infektion auslösen. Ohnehin müsse jede Zahnbürste nach Gebrauch gut gereinigt werden, um sie vor einer größeren Besiedelung mit Keinem zu schützen.

Zahnimplantat: Auch Nachsorge beachten

Auf Anfrage einer Tageszeitung informierte Prof. Dr. Germán Gómez-Román, Pressesprecher der DGI/Deutsche Gesellschaft für Implantologie, vor ein paar Wochen über Aspekte, die man im Vorfeld einer Implantation mit der ausgewählten Praxis besprechen sollte. Zum notwendigen Aufklärungsgespräch gehören auch Themen aus dem Bereich „Nachsorge": Was muss ich nach der Implantation beachten, wenn ich bisher Raucher war und/oder eine entzündliche Zahnbetterkrankungen (Parodontitis) habe? Wie sieht die richtige Mundhygiene aus und welche Zahnpflegehilfsmittel sind nützlich? Wie oft sollte ich zur Kontrolle kommen? Was passiert, wenn es irgendwie Komplikationen gibt? Beispielsweise, wenn das Implantat nicht einheilen sollte? Und was kosten Nachsorgemaßnahmen in der Zahnarztpraxis? Der DGI-Pressesprecher wies in diesem Zusammenhang auch darauf hin, dass implantologisch tätige Zahnärztinnen und Zahnärzte über eine fundierte Ausbildung verfügen sollten – nicht jeder gelegentlich auch implantierende Zahnarzt könne absehen, ob die Behandlung ein eher einfacher oder doch komplexer Fall sein wird. Mitglieder der DGI sind zu finden auf der Website der Fachgesellschaft im Bereich Patienten unter „Implantologen-Suche" (https://www.dginet.de/web/dgi/implantologen-suche).

Stress: Zähne schützen

Unerfreuliche Belastungen wie negativer Stress führen, wenn sie länger anhalten, im Körper zu verschiedenen ungesunden Folgen. Bei manchen Menschen antwortet der Bauch, meist Magen und/oder Darm, auf den Stress – bei anderen ist es der Mund. Man beißt auf einem Problem herum, kaut unerfreuliche Gedanken durch, verbeißt sich in eine belastende Situation. Das hat Folgen für die Zähne, die durch das widernatürliche Benutzen abgerieben werden oder ihrerseits gestresst reagieren. Belastend ist anhaltender Stress auch für die Kiefergelenke und nicht zuletzt das Zahnbett. Zahnärzte können den Stress, den Beruf, Familie oder gesellschaftliche Umstände auslösen, nicht ausschalten, aber sie können die Zähne davor schützen, bei der Stressverarbeitung in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Im Jahr 2016 haben Zahnärzte rund 1,6 Millionen gesetzlich versicherten Patienten eine solche Anti-Stress-Aufbiss-Schiene verordnet, teilte kürzlich die Barmer Ersatzkasse mit. Im Jahr 2012 waren es noch 1,38 Millionen Patienten, die einen solchen Zahnschutz erhielten. Die Zunahme der Verordnungen kann auch damit zusammenhängen, dass mehr Menschen die Zusammenhänge von Stress und Zahnschäden kennen. Bedacht werden muss: Schienen sind nur eine Übergangslösung, so die Krankenkasse. Es gehe darum, den Stress auszuschalten bzw. Entspannung zu lernen und zu praktizieren. 

Medikamente und Mundgesundheit: Was ist zu beachten?

Nicht nur in höherem Lebensalter gehört die Einnahme von Medikamenten für viele Menschen zum Alltag – vor allem Erkrankte mit chronischem Leiden sind den Griff zu Tablette & Co gewohnt. Nicht bekannt ist vielen von ihnen, dass manche Medikamentengruppen Auswirkungen auf die Mundgesundheit haben. Beispielsweise können Arzneimittel, die die Blutgerinnung verändern, eine Rolle spielen bei Eingriffen in das durchblutete Mundgewebe und auch bei der Heilung von Wunden im Mundraum. Wie ein aktueller Patientenratgeber (ZahnRat) der fünf Landeszahnärztekammern in den neuen Bundesländern verdeutlicht, sollten alle Patienten, die verschreibungspflichtige und auch freiverkäufliche Arzneimittel oder naturheilkundliche Heilmittel einnehmen, diese in einer Medikamenten-Einnahme-Übersicht (Medikationsplan) festhalten und diesem zum zahnärztlichen Termin (auch im Fall der Inanspruchnahme des Notdienstes) mitbringen – insbesondere, wenn sich an den Medikamenten und Heilmitteln etwas verändert hat, ist eine Information der Zahnarztpraxis wichtig. Die moderne Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde hat für fast alle Medikationsfälle erprobte Lösungen, um die Zahnbehandlung zu realisieren – diese können aber nur angewandt werden, wenn der Zahnarztpraxis die Medikamenteneinnahme auch bekannt ist.

Karies: Ausbohren oder Versiegeln?

Anfangs war es eine kleine Revolution in der Zahnmedizin: Dass man kariöse Stellen an einem Zahn herausbohrt, bis man an gesunden und starken Zahnschmelz stößt, galt als normales Vorgehen, ja: als Regel. Erste Überlegungen einiger zahnmedizinischer Wissenschaftler, vor allem kleinere, eher oberflächliche Kariesstellen zu belassen und sie einfach zu „versiegeln", stießen daher anfangs auf Widerstand. Muss nicht alles bakteriell verseuchte aufgeweichte Gewebe entfernt werden? Die Forscher mit dem anderen Ansatz machten in Studien deutlich, dass ihr Weg Vorteile hat. Eine Karies kann nur fortschreiten, wenn die Bakterien ständig Nachschub an „Nahrung" bekommen und ihre Stoffwechselprodukte den Zahnschmelz mehr und mehr zerstören. Der neue Ansatz: Die Keime werden von der Nahrungszufuhr abgeschnitten, der Zugang in den kariösen Bereich wird von außen verschlossen und versiegelt. Die Studienergebnisse zeigen: Die Bakterien sterben ab. Der Prozess ist gestoppt. Es muss keine gesunde Zahnsubstanz entfernt werden. Die Versiegelung füllt zudem enge Zahnstrukturen auf und erleichtert so die Mundhygiene und damit auch die Vorbeugung von neu entstehender Karies. Wie PD Dr. Falk Schwendicke von der Charité in Berlin zusammen mit Kollegen kürzlich in einem Fachjournal berichtete, können Zahnversiegelungen bei Kindern die Entstehung von Karies und das Fortschreiten kariöser Entwicklung erheblich reduzieren. In welchen Fällen dieses Vorgehen Sinn macht, dazu kann die Zahnarztpraxis patientenindividuell beraten.

Implantatwunsch: Vorher gut informieren

Implantate als künstliche Zahnwurzel unter Zahnersatz haben nicht nur einen festen Platz in der zahnmedizinischen Versorgung, sondern erreichen bei Umfragen zu Lebensqualität unter Prothetik-Patienten auch immer hervorragende Werte. Dennoch handelt es sich um einen Eingriff, der gut geschulte Zahnärzte auf der einen Seite verlangt – aber auch eine gute Information auf Patientenseite. Man muss wissen, was auf einen zukommt, damit man entsprechend Entscheidungen fällen kann. Patienten steht laut Patientenrechtegesetz eine vollständige Aufklärung über die geplante Behandlung zu, das bestätigte Prof. Dr. Germán Gómez-Román, Pressesprecher der DGI/Deutsche Gesellschaft für Implantologie, kürzlich auf Anfrage einer Tageszeitung. Die Aufklärung beinhaltet auch Hinweise auf mögliche Risiken hinsichtlich des Behandlungserfolges, wozu auch Verhaltensaspekte wie Rauchen oder schlechte Mundhygiene gehören. Die Mitglieder der wissenschaftlichen Fachgesellschaft DGI sind über die Verpflichtung ebenso informiert wie über die Themen, die zu einer vollständigen Aufklärung gehören. Aspekte wie Rauchen müssen keine Implantation verhindern, entsprechende Patienten müssten aber wissen, dass sie auch ihrerseits verantwortlich mit dem Zahnimplantat umgehen müssen und wie sie dies am besten leisten können.

Spucke: Körpereigenes Medikament

Speichel, landläufig „Spucke" genannt, hat bekanntermaßen nicht nur im Mund Aufgaben und hilft bei der Mundgesundheit, sondern begleitet die Nahrung auch auf ihrem weiteren Weg im Verdauungsprozess Richtung Magen und Darm. Dass Speichel auch darüber hinaus eine gesundheitliche Wirkung hat, hat nun eine Bostoner Wissenschaftlergruppe herausgefunden: Er wirkt wie ein Medikament bei der Verhütung von – meist durch Kolibakterien (Escherichia coli) – ausgelöstem Reisedurchfall. Ein spezieller Speichelinhaltsstoff (Histatin 5, ein Protein) macht es den Bakterien schwer, Zellen im Darm, hier vor allem im Dünndarm, zu attackieren: Sie konnten sich nicht fest andocken, sondern wurden mit dem weiteren Darminhalt ausgespült. Diese Erkenntnis erklärt auch, warum der Mund in der Tat eine große Rolle als erste Barriere für krankmachende Keime spielt – es braucht, wie sich zeigte, schon eine sehr große Anzahl an Keimen, um diese Barriere zu überwinden. Die Forscher denken darüber nach, den Inhaltsstoff als Getränkepulver zu produzieren, um den in einigen Gebieten der Erde tödlichen Durchfallerkrankungen ein naturnahes Produkt entgegensetzen zu können.

Zahnungsbeschwerden: Stress in den ersten Monaten

Fast alle jungen Eltern und ihre Babys werden von Zahnungsproblemen geplagt: In der Regel kommen die ersten Zähnchen zwischen dem 6 und dem 12. Lebensmonat heraus. Zumeist zeigen sich zuerst die unteren beiden Schneidezähne. Wenn die Zähne „durchbrechen", kann es zu Schwellungen und Rötungen kommen, und auch der Speichelfluss nimmt zu. Bei manchen Kindern können auch die Wangen heiß und gerötet sein. Das „Zahnungsfieber" hinge mit der gesteigerten Stoffwechseltätigkeit zusammen, die die Zahnung beschleunigen könne – dauere es über einen längeren Zeitpunkt an, sollte das Baby dem Kinderarzt vorgestellt werden. Der Mediendienst „Apotheke adhoc" wies vor Kurzem darauf hin, dass auch Magen-Darm-Beschwerden von Durchfall bis Verstopfung mit dem Zahnen in Verbindung stehen können: So könnte „säuerlich" riechender, eventuell auch grünlich wirkender Durchfall Vorbote des ersten Zahndurchbruchs sein. Dass das Kind quengele, müsse daher nicht zwingend seine Ursache im Mund haben, sondern könne auch an Schmerzen am Po liegen. Hier empfahl der Apotheken-Ratgeber Zinkpasten. Schmerzt das Zahnen im Mund, würden sanfte Massagen mit dem Finger Linderung verschaffen, ebenso wie gekühlte Beißringe oder Gemüsesticks aus dem Kühlschrank. Schmerzberuhigende Präparate gebe es von Medikamenten wie Lidocain-Kamille-Gel über Produkte ohne Lokalanästhetika bis hin zu homöopathischen Präparaten.

Implantate: Immer weniger Risikogruppen

In einem Vortrag beim 31. Kongress der DGI, der wissenschaftlichen Fachgesellschaft für Implantologie, Ende 2017 in Düsseldorf machte der Vizepräsident der Gesellschaft, Prof. Dr. Dr. Knut A. Grötz (Wiesbaden) deutlich, dass im Zuge der Weiterentwicklung an Erkenntnissen die Liste möglicher Risikofaktoren für eine Implantat-Behandlung deutlich kürzer geworden sei. Während man in früheren Jahren noch bei Osteoporose und beispielsweise Diabetes mellitus, aber auch bei bestimmten Medikamenten-Einnahmen eher zurückhaltend war mit Implantat gestütztem Zahnersatz und eher auf traditionelle Alternativen zurückgriff, seien solche Herausforderungen heute deutlich besser zu meistern. Inzwischen seien es eher Einzelfälle, für die eine Implantat Versorgung nach wie vor nicht in Betracht komme.  Damit steigt die Anzahl der Patienten, die von der – in vielen Studien belegten – Verbesserung der Lebensqualität durch Implantat getragenen Zahnersatz profitieren können.

Periimplantitis: Risiken kennen

Auf dem 31. Kongress der DGI, der wissenschaftlichen Fachgesellschaft für Implantologie, stand das Thema Periimplantitis weit oben auf der Agenda. Unter anderem definierte DGI-Präsident Prof. Dr. Frank Schwarz die Aspekte, die für Patienten besonders ausschlaggebend sind bei dem Risiko, eine Periimplantitis zu entwickeln. Bei der Infektionserkrankung entzündet sich durch bakterielle Belastung und sich entsprechend entwickelnden Immunreaktionen das Gewebe rund um das Implantat bis in den Knochen – Infektionen breiten sich im Implantatbereich schneller aus als bei einer vergleichbaren Entwicklung rund um die natürliche Zahnwurzel (Parodontitis). Ein erhöhtes Risiko haben demnach Patienten, die unter einer unbehandelten Parodontitis leiden oder unter einer besonders schweren und chronischen Variante. Auch nicht ausreichende Mundhygiene und zu selten in Anspruch genommene Nachsorgeuntersuchungen in der Praxis erhöhen das Risiko einer Gewebeentzündung. Die Fachgesellschaft empfiehlt entsprechend regelmäßige Kontrolluntersuchungen und auch einen möglichst zeitnahen Termin in der Zahnarztpraxis, sobald sich Rötungen und Schwellungen am Zahnfleisch im Implantatbereich zeigen.

Künstliche Zahnwurzel: Infektion vermeiden

Nicht nur rund um die natürlichen Zahnwurzeln kann sich Gewebe durch bakterielle Reizungen und Entzündungsreaktionen auflösen – auch das Gewebe um eine künstliche Zahnwurzel, das Implantat, ist entsprechend gefährdet. Prof. Dr. Hans-Christopf Lauer von der Universität Frankfurt am Main rief kürzlich Implantat-Patienten dazu auf, große Sorgfalt auf die Hygiene des vom Implantat getragenen Zahnersatzes zu legen. In einer Patienteninformation der Initiative proDente, einer Arbeitsgemeinschaft zahnärztlicher Organisation in Zusammenarbeit mit der Bundeszahnärztekammer, machte er deutlich, dass Bakterien aus den Belägen am Zahnersatz sozusagen am Implantat in die tieferen Gewebeschichten des Zahnbettes herunterwandern können: Eine solche Zahnbettentzündung rund um das Implantat heißt Periimplantitis und kann die Stabilität des Implantates gefährden, Implantatverlust droht. Eine Periimplantitis schreite deutlich schneller voran als eine Parodontitis rund um den natürlichen Zahn. Bereits bei ersten Anzeichen einer Rötung solle daher in der Zahnarztpraxis eine Kontrolluntersuchung stattfinden, auch wenn diese außerhalb der ohnehin vereinbarten Nachuntersuchungszeiträume läge.

Zuviele Operationen: Wenn Milchzähne faulen

In einem Zeitungsbeitrag wies Kieferchirurg Dr. Erich Theo Merholz, Solingen, ehemaliger Präsident der Deutschen Gesellschaft für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, vor wenigen Wochen auf die viel zu hohe Anzahl von Kindern hin, die aufgrund erheblich fortgeschrittener Milchzahn-Zerstörung einer Operation bedürfen. Ein solcher chirurgischer Eingriff, der in der Klinik oft unter Vollnarkose stattfinden müsse, sei enorm belastend für die Gesundheit der Kinder. Allein in der von ihm betreuten Klinik würden so „einige hundert Kinder jährlich" behandelt. Es gehe darum, diesen Kindern bei der oft umfangreichen Zahn- bzw. Zahnruinenentfernung traumatische Erlebnisse zu ersparen. Für ihre Milchzahnschäden könnten diese Kinder nichts – es liege an den Eltern, dass sie der Zahn- und Mundgesundheit viel zu geringe Aufmerksamkeit schenken: In der Regel handele es sich um Bequemlichkeit, oft auch um Desinteresse an der Entwicklung des Kindes. In manchen Fällen gebe es auch Unkenntnis über die Zusammenhänge von Zucker und Karies und die Auswirkungen von Nuckelflaschen. Kinderzähne müssten von Anfang an gereinigt und gepflegt werden, jeder Milchzahn sei für die Entwicklung der zweiten und bleibenden Zähne wichtig.

Alter 50 plus: Zahnverlust durch Parodontitis

Die Initiative proDente, eine Arbeitsgemeinschaft zahnärztlicher Organisation in Zusammenarbeit mit der Bundeszahnärztekammer, wies vor wenigen Wochen darauf hin, dass „ab dem 50. Lebensjahr mehr Zähne durch eine Parodontitis verloren gehen als durch Karies." Problematisch sei, dass – anders als bei Karies – die Parodontitis über einen oft sehr langen Zeitraum keine Schmerzen verursache. Umso wichtiger sei es, regelmäßig zum Zahnarzt zur Kontrolluntersuchung zu gehen, weil dieser bereits an ersten oberflächlichen Anzeigen den Beginn dieser ungesunden Entwicklung erkennen und entsprechend behandeln könne. Es gebe aber auch Anzeichen, auf die Patienten selbst achten können und die zur Vereinbarung eines Zahnarzt-Termins führen sollten: Wenn beispielsweise öfter Zahnfleischbluten beim Zähneputzen auftritt, ist das schon ein Zeichen für eine Reizung, die überprüft werden sollte. Während man oberflächliches Zahnfleischbluten meist mit besonders intensiver Mundhygiene selbst wieder beseitigen kann, sind tiefergehende Entzündungen ohne professionelle Möglichkeiten in der Zahnarztpraxis nicht therapierbar. Wichtig: Raucher sind besonders gefährdet, weil sie aufgrund der durch Nikotin verengten Blutgefäße und der damit einhergehenden Durchblutungsstörung das Frühwarnzeichen Zahnfleischbluten nicht rechtzeitig bemerken können.

Zahnpasta & Co: Fluoride-Wirkung bestätigt

In ihrer neuen Karies-Prophylaxe-Leitlinie weist die DGZMK, die Dachgesellschaft der zahnmedizinischen Wissenschaft in Deutschland, auf die Relevanz des Inhaltsstoffes Fluorid in Zahnpasten, Mundspülungen und weiteren Produkten wie speziellen Gelen und Lacken hin. Sobald bei Kindern die ersten bleibenden Zähne im Mund erschienen seien, in der Regel rund um das 1. Schuljahr, sollte von den Kindern wie bei Jugendlichen und Erwachsenen auch zur Zahnpflege eine Zahnpasta verwendet werden, die mindestens 1000 ppm Fluorid enthalte. Für Schulkinder mit erhöhtem Kariesrisiko sowie für Jugendliche in kieferorthopädischer Behandlung eigneten sich zudem ergänzend Mundspüllösungen mit Fluorid-Gehalt. In besonders schweren Fällen von erhöhtem Karies-Risiko seien – auch bei erwachsenen Patienten – Zahnschutzmaßnahmen durch fluoridhaltige Gele oder Lacke sinnvoll, für letztere ist die Zahnarztpraxis zuständig, die Gele dagegen können von den Patienten selbst angewendet werden. Im Fall freiliegender und besonders schmerzempfindlicher Zahnhälse könnte, so die Leitlinie, eine hochkonzentrierte Fluorid-Zahnpasta hilfreich sein.

Kaugummikauen: aus zahnärztlicher Sicht

Während es viele Gründe geben mag, das Kaugummi-Kauen einzudämmen, hier nicht zuletzt gesellschaftliche Aspekte von Geräuschbelästigung bis „Entsorgung" auf Gehwegen und anderen öffentlichen Bereichen, zeigen sich Zahnärzte aus mundgesundheitlichen Gründen eher als Befürworter des Kaugummis: Die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK), die Dachgesellschaft der zahnmedizinischen Wissenschaft, hat in ihrer neuen Kariesprophylaxe-Leitlinie ausdrücklich auf die positiven Effekte des Kaugummikauens hingewiesen – aber auch darauf, dass sich der positive Effekt ausschließlich auf das Kauen von zuckerfreiem Kaugummi bezieht. Die Stimulierung des Speichelflusses durch den Kauvorgang verstärke einerseits die „Spülfunktion" des Speichels und wirke ausgleichend auf den Säurespiegel im Mund sowie remineralisierend auf den Zahnschmelz: Die im Speichel enthaltenen Stoffe reparieren gewissermaßen durch Säure entstandene oberflächliche Zahnschmelzschäden. Der Anteil an Karies auslösenden Keimen im Speichel werde gesenkt. Zudem könnten die Bakterien die Inhaltsstoffe des Kaugummis nicht zu zahnschädlichen Säuren verstoffwechseln.

Speichel: antibiotischer Inhaltsstoff entdeckt

Wissenschaftler der Universität Graz haben auf der Suche nach Alternativen zu den klassischen Antibiotika, die bei immer mehr Menschen nicht mehr die erforderliche Wirkung zeigen, eine spannende Entdeckung gemacht: Körpereigene Substanzen könnten in der Lage sein, eine antibakterielle Behandlung zu ermöglichen und Antibiotika zu ersetzen. Anlass für die Überlegung, ob der Speichel eine hilfreiche Rolle spielen könnte, sind die oft reflexartigen Speichel-Benetzungen von kleineren Wunden: Ist beispielsweise eine Wunde am Finger entstanden, wird dieser oft zum Mund geführt und „abgeleckt". In der Tat seien im Speichel Inhaltsstoffe zu finden, die eine keimtötende Wirkung gezeigt hätten. Genauer: Für die Wirkung ist ein spezielles Peptid, eine Aminosäure-Kette, zuständig. Das Peptid befinde sich nicht nur im Speichel, sondern auch beispielsweise in der Tränenflüssigkeit, in weißen Blutkörperchen und an der Hautoberfläche. In Form von Cremes haben die neu entdeckten Stoffe ihre Leistungsfähigkeit schon erwiesen. Nun wird weiter geforscht, nicht zuletzt nach Möglichkeiten der industriellen Produktion.

Erneut bestätigt: Zucker schadet Zähnen

Die kürzlich von der Dachgesellschaft der zahnmedizinischen Wissenschaft in Deutschland (DGZMK) verabschiedete aktuelle Kariesprophylaxe-Leitlinie erneuert die Relevanz von Zucker als Risiko für die Entwicklung von Zahnschäden. Genauer: „Studien bestätigen überzeugend den Zusammenhang zwischen Karies und der Menge sowie der Häufigkeit des Konsums von zuckerhaltigen Mahlzeiten oder Getränken." Es gelte, zuckerhaltige Haupt- und Zwischenmahlzeiten in „Maßen zu konsumieren und Speisen und Getränke ohne freie Zucker zu bevorzugen." Als freier Zucker wird solcher bezeichnet, der Nahrungsmitteln durch Hersteller oder auch in der Küche zuhause extra zugesetzt wird, aber auch „natürlicher" Zucker in Honig, Fruchtsaft, Sirup etc. Als Alternative könnten zum Süßen Zuckeraustauschstoffe oder Süßstoffe genutzt werden, denn diese können von den Mundbakterien nicht verstoffwechselt werden.

Implantate aus Keramik: Was sagt die Wissenschaft?

Zahnimplantate aus Keramik sind keine neue Erfindung – bereits in den Anfangsjahren der Implantologie vor rund einem halben Jahrhundert wurde mit keramischen Werkstoffen experimentiert. Damals überzeugten die Ergebnisse nicht genug, als dass sich Keramik neben dem auch biologisch überzeugenden Material Titan hätte durchsetzen können – insbesondere war die technische Bearbeitung schwierig und die Stabilität im Mund. In der Zwischenzeit hat sich im Bereich von Forschung und Entwicklung zu Keramik als Implantat-Material allerdings sehr viel getan: Was heute zu diesen Produkten zu sagen ist, hatte kürzlich Prof. Dr. Kai-Hendrik Bormann (Medizinische Hochschule Hannover) beim 31. Kongress der DGI, der wissenschaftlichen Fachgesellschaft für Implantologie, in Düsseldorf vorgestellt. Generell sei Keramik nicht dazu da, Titan als Werkstoff abzulösen, sondern biete für einen speziellen Patientenkreis eine nützliche Ergänzung der Therapiemöglichkeiten. Während sich einteilige Keramik-Implantate in der Praxis zunehmend bewährten, lägen für sogenannte zweiteilige noch keine ausreichenden Erfahrungen in der Praxis vor. Auch hinsichtlich der Oberflächen der Keramikimplantate gebe es noch Forschungsbedarf, welche Variante für die beste nachhaltige Stabilität sorge. Auch wenn derzeit noch weitere Forschung und Erfahrung notwendig sei, zeigten Keramik-Implantate doch Potential als zukunftsträchtige Erweiterung des Behandlungsspektrums.

Zähneputzen: 1, 2 oder 3 Minuten?

Ende 2017 wurde seitens der Dachorganisation der zahnmedizinischen Wissenschaft, der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) eine neue „Leitlinie" zur Kariesprophylaxe verabschiedet. Darin nimmt das Wissenschaftler-Team, das die Leitlinie erarbeitet hat, auch Stellung zur Frage der Häufigkeit und Dauer empfehlenswerter Mundhygiene. Mindestens zweimal täglich sei der Biofilm, der bei regelmäßiger Zahnpflege weiche und insofern leicht wegwischbare Zahnbelag, zu beseitigen. Tests mit Patienten haben gezeigt, dass nach 1 Putz-Minute nur rund ein Viertel des Zahnbelages entfernt wurde, nach 2 Putz-Minuten bereits fast die Hälfte. Wurde 3 Minuten und länger geputzt, konnte dieser Anteil nicht mehr wesentlich gesteigert werden. Wiewohl der Zahnbelag nicht gänzlich entfernt werden konnte, seien die 2 bis 3 Minuten und vor allem das zweimal tägliche Putzen aber sinnvoll, auch weil jeweils frische Nahrungsreste entfernt werden konnten und damit den „Karies-Bakterien" nicht mehr als Nahrung zur Verfügung standen. Auch wenn die Ergebnisse eines Tests zwischen der Effizienz einer Handzahnbürste im Vergleich zu einer elektrischen keine wissenschaftlich fundierten Ergebnisse brachte, schien die Nutzung einer elektrischen Zahnbürste noch bessere Werte zu zeigen als der Gebrauch der Handzahnbürste

Mundschleimhaut: Immer im Blickpunkt

Manchmal sind es die Patienten, die eine Veränderung an ihrer Mundschleimhaut entdecken und dies in der Zahnarztpraxis abklären lassen – oft ist es aber der Zahnarzt, der bei den routinemäßigen Kontrolluntersuchungen solche Veränderungen bemerkt. In einem Workshop beim Deutschen Zahnärztetag Ende 2017 wiesen die Oberärztinnen der Universitätszahnklinik Frankfurt, Dr. Oksana Petruchin und Dr. Karin Obreja, auf die Bedeutung der intensiven Inspektion der Mundhöhle hin. Dabei sei auch der hintere Bereich der Mundhöhle zu betrachten: Gerade in diesen weiter zum Rachen gelegenen Bereichen zeigten sich oft erste Anzeichen von Hautgesundheitsstörungen, die auf Krebs hindeuten könnten. Problematisch sei, dass solche Entwicklungen zumeist schmerzlos verliefen und von den Patienten daher nicht bemerkt würden. Riskant für die Gesundheit sei regelmäßiger Alkohol- und Nikotingenuss, da Alkohol die Mundschleimhaut durchlässiger für das Zellgift Nikotin mache. Aber nicht jede Veränderung sei auch ein Zeichen für eine Krebs-Entwicklung: Auch schlechte Mundhygiene und manche Medikamente beispielsweise könnten zu Veränderungen an der Mundschleimhaut führen. Klarheit bringt hier eine entsprechende Untersuchung in der Zahnarztpraxis.

Pilzerkrankungen: auch im Mund?

Ist das Immunsystem eines Patienten geschwächt, kann es, insbesondere bei älteren Patienten, auch zu Pilzinfektionen (Soor) im Mund kommen – darauf machte ein Zeitungsbericht vor wenigen Wochen aufmerksam. Meist sind Medikamente daran beteiligt, wenn das biologische Gleichgewicht im Mund aus dem Ruder läuft und das Immunsystem nicht ausreichend gegensteuern kann.  Bekannt für solche möglichen Konsequenzen sind Arzneimittel gegen Rheuma, Kortison-Präparate, aber auch manche Antibiotika. Nicht zuletzt kann eine Chemotherapie im Zusammenhang mit einer Krebsbehandlung zu einem geschwächten Abwehrsystem des Patienten und damit auch zu einer Pilzerkrankung im Mund führen. Aber auch nicht stabil sitzender, vor allem aber ungepflegter Zahnersatz kann zu Pilz-Belastung führen: Bei herausnehmbaren Prothesen können sich an der Unterseite Pilze entwickeln und auf Zahnfleisch und den Mundraum übergehen. Hier helfen keine antibakteriellen Mundspüllösungen, so der Ratgeberbeitrag, sondern nur Hygiene durch sorgfältige Mundpflege und Zahnersatzreinigung. Haben sich schon Pilze entwickelt, gibt es entsprechende Medikamente. Bei einer regelmäßigen Mundgesundheits-Kontrolluntersuchung würden erste Veränderungen aber frühzeitig entdeckt und die Ausbreitung könne meist gut eingedämmt werden.

Zahnbettentzündung: Hormone spielen eine Rolle

Nicht nur in der Schwangerschaft zeigen die Hormone, dass sie am Entzündungsgeschehen im Körper und damit auch im Gewebe um den Zahn eine Rolle spielen: Die sogenannte Schwangerschaftsgingivitis zeigt sich als gerötetes, geschwollenes Gewebe. Es blutet schnell beim Zähneputzen. Grund ist unter anderem die durch die hormonelle Situation entstandene größere Porosität der Blutgefäße, die das Blut leichter durchlässt. Aber auch in der Zeit der Wechseljahre sind die Hormonschwankungen an Mundgesundheits-Störungen beteiligt: Ähnlich wie in der Schwangerschaft sind die Blutgefäße von den hormonellen Entzündungsreaktionen betroffen und können zu Zahnfleischbluten führen. In beiden Fällen ist das Hauptproblem, dass betroffene Frauen sich nicht trauen, die Zahnfleischränder intensiv zu reinigen, weil sie eine Ausweitung der Entzündung befürchten. Das Gegenteil ist der Fall, wie eine Patienteninformation der Initiative proDente, eine Arbeitsgemeinschaft zahnärztlicher Organisation in Zusammenarbeit mit der Bundeszahnärztekammer, kürzlich erklärte: Zu vorsichtiges Zähneputzen beseitigt die Zahnbeläge nicht und die Entzündung kann weiter fortschreiten. In der Zahnarztpraxis kann man sich zeigen lassen, wie man bei Zahnfleischbluten am besten mit Zahnbürste und Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürste die riskanten Beläge entfernt.

Vor 210 Jahren: Die ersten Porzellanzähne

Die Geschichte der Zahnmedizin hat in den letzten zweihundert Jahren viele spannende Erfindungen gebracht – viele davon spielen auch heute, mittlerweile erheblich weiterentwickelt, eine maßgebliche Rolle in der modernen Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Aber erst wenn man sich verdeutlicht, wie „jung" diese Entwicklungen sind, wird deutlich, auf was die Patienten zuvor verzichten mussten. Wie die Initiative proDente, eine Arbeitsgemeinschaft zahnärztlicher Organisation in Zusammenarbeit mit der Bundeszahnärztekammer, in einer Presseinformation vor ein paar Wochen berichtete, wurden vor 210 Jahren erstmals Porzellanzähne hergestellt – und das gleich in 20 verschiedenen Farben. Erst 1841 gab es eine spezifische Zange für die Entfernung von Zähnen. Amalgam wurde 1833 eingeführt, Gold als Zahnfüllungswerkstoff 1855. Während es also schon Porzellanzähne für Prothesen gab, mangelte es noch an einem „Träger", der die Ersatzzähne aufnehmen und im Mund stabilisieren konnte: Mit der Entwicklung eines speziellen Prothesen-Kautschuks im Jahr 1864 war auch das Problem erst einmal gelöst. Kurz vorher wurde der erste Behandlungsstuhl für die Zahnarztpraxis entwickelt, einige Jahre später gab es ihn in gusseiserner Form und später dann auch mit einer Hydraulik, die die Position veränderbar machte. 1871 kam dann auch die erste Tretbohrmaschine auf den Markt, und ab 1891 gab es auch erste Versuche mit elektrisch betriebenen Bohrern.

Zahnbettentzündung: Verschiedene Keime beteiligt

Wenn sich der Bereich rund um den Zahn – das Zahnbett aus Zahnfleisch und Kieferknochen – entzündet (Parodontitis), sind grundsätzlich Bakterien an dieser Entwicklung beteiligt. Dabei handelt es sich um Bakterienkolonien, die aus dem Mundraum kommen und sich bei ersten Schäden am Zahnfleisch sozusagen in die Tiefe vorarbeiten: Sie kommen aus Zahnbelägen, die das Zahnfleisch reizen und zerstören. In der Tiefe solcher „Zahntaschen" sind die Bakterien vor Zahnbürste und weiteren Mundhygiene-Utensilien geschützt und können sich dort ungestört vermehren. Der natürliche Abwehrprozess über das Immunsystem löst eine Entzündung aus, die die Keime zerstören soll, wenn sie chronisch wird, aber das zu schützende Gewebe zerstört. Der Zahn verliert sein gesundes stabiles Zahnhaltegewebe und geht verloren. Während eine normale Parodontitis durch spezielle Maßnahmen in der Zahnarztpraxis behandelt werden kann, ist es bei besonders schwerer Situation sinnvoll, gezielt die relevantesten Bakterienstämme im Entzündungsbereich zu erkunden. Die Bundeszahnärztekammer weist in einer Patienteninformation zum Thema darauf hin, dass ein entsprechender mikrobieller Bakterientest bei der Entscheidung unterstützen kann, ob es neben den klassischen Verfahren auch einer Begleittherapie mit Antibiotika bedarf.

Zahnfarbe: von Natur aus individuell

Auch wenn alle Menschen letztlich weiße Zähne haben, unterscheidet sich dieses Weiß doch von Fall zu Fall erheblich: Während die Zähne der einen eher einen gelblichen Schimmer zeigen, wirken andere eher grau – reines Weiß von Natur aus ist eher selten. Grund für die Farbunterschiede der natürlichen Zähne ist die genetische Veranlagung des Menschen – darauf wies kürzlich die Initiative proDente hin, eine Arbeitsgemeinschaft zahnärztlicher Organisation in Zusammenarbeit mit der Bundeszahnärztekammer. Für die Zahnfarbe relevant ist vor allem das Dentin unter dem Zahnschmelz und dessen „Dicke". Zahnschmelz nutzt sich im Laufe der Jahre etwas ab. Wird er dünner, sieht man durch die wachsende Transparenz mehr vom darunterliegenden Zahnbein. Die natürliche Farbe seiner eigenen Zähne sieht man am besten nach einer professionellen Zahnreinigung, wenn alle Pigmente durch Kaffee, Tee, Rotwein oder manche Medikamente wie antibakterielle Mundspüllösungen entfernt wurden. Sind dann immer noch auffällige Farbveränderungen zu erkennen, können diese auch von einer Zahnschädigung herrühren, einem Unfall beispielsweise oder wenn eine Wurzelbehandlung notwendig war. Dies kann der Zahnarzt abklären.

10. Implantate: Was ist dran an Keramik als Werkstoff?

Zahnimplantate aus Keramik sind keine neue Erfindung – bereits in den Gründungsjahren dieser Therapieform wurde mit Produkten aus Keramik experimentiert. Schon bald aber hatte der Werkstoff Titan aufgrund seiner eindrucksvollen Leistungen die „weißen Implantate" erst einmal in den Hintergrund gedrängt. Inzwischen sind Forschung und Unternehmen im Bereich Keramik viele Innovationsschritte weiter, so dass auch Zahnimplantate als Behandlungsprodukte wieder in den Blickpunkt gerückt sind. Anlässlich des zurückliegenden Kongresses der DGI, der wissenschaftlichen Deutschen Gesellschaft für Implantologie, standen daher Keramik-Implantate und ihr derzeitiger Platz in der zahnärztlichen Implantologie mit im Blickpunkt. Prof. Dr. Kai-Hendrik Bormann (Hamburg) beispielsweise wies darauf hin, dass die weißen Implantate für bestimmte Patienten Sinn machen und eine Alternative zu Titan sein können, weil es bereits bemerkenswerte erfolgreiche Anwendungen gebe. Bisher fehlten aber nicht zuletzt Langzeitdaten zum nachhaltigen Behandlungserfolg. Zudem unterschieden sich Keramik-Implantate derzeit in ihrer Herstellung voneinander und dies führe zu ebenso unterschiedlichen Behandlungsschritten und -erfolgen. Ehe sie den gleichen Erfolgsstandard wie die Titan-Implantate erreichten, sei noch weitere Entwicklung notwendig.  Der DGI-Kongress trägt alljährlich dazu bei, implantologisch tätige Zahnärztinnen und Zahnärzte auf den aktuellen Stand von Wissenschaft und Praxis sowie bei neuen Produkten zu bringen.

9. Atherosklerose: Parodontale Entzündungen beachten

Wird bei einem Patienten eine Atherosklerose diagnostiziert, eine Verengung der arteriellen Blutgefäße und damit eine riskante Störung des lebensnotendigen Blutflusses mit dem Risiko von Schlaganfall und Herzinfarkt, sollte auch auf das Vorhandensein einer Parodontitis geachtet werden – darauf weist eine Autorengruppe namhafter deutscher zahnmedizinsicher Wissenschaftler in einem Fachjournal für Zahnärzte hin. Die Verbindung beider Gesundheitsbelastungen ist demnach in sehr vielen Studien nachgewiesen, diese zeigten auch, dass es für beide Störungen gemeinsame genetische Risikofaktoren gibt. Die Bakterienbelastung aufgrund der Parodontitis begünstigt offenbar die Entwicklung einer Atherosklerose – manche Bakterienarten greifen die Zellen der Gefäßwände aggressiv an, behindern die Entwicklung neuer Blutgefäße und lösen in den Zellen des Blutgefäßes Entzündungen aus. Auch die Entwicklung von Thromben kann gefördert werden. Studien belegen, dass die systematische Parodontitistherapie deutlichen Einfluss auf die Verbesserung der Gesundheit der betroffenen Blutgefäße hat. Die Studien machen zudem deutlich, dass mit rechtzeitiger Parodontitis-Therapie das Risiko der Entwicklung einer Atherosklerose reduziert werden kann.

8. Zahnpasta: Nicht jede ist sinnvoll

Der Markt der Käufer von Zahnpasta ist hart umkämpft – da bleibt es nicht aus, dass auch „Wundermittel" versuchen, hier Kunden zu gewinnen. Dass nicht alles medizinisch Sinn macht, was an Produkten auf den Markt drängt, zeigt das Beispiel „schwarze Zahnpasten". Für manche Modebewusste ist „Schwarz" gleichbedeutend mit „stylish": Was bei Mode und Möbeln nur Geschmacksfrage ist, hört da auf, wo es um Gesundheit geht. Zu den Stoffen, die laut aktueller Medienberichte gerade Trend bei Gesundheitsprodukten auch im Mundpflegebereich sind, gehört Aktivkohle. Der Hintergedanke der Entwickler von schwarzer Zahnpasta, deren Farbe von beigemischter Aktivkohle herrührt, ist die schwamm-ähnliche Oberfläche der entsprechenden Kohle-Molekühle. Ihnen wird nachgesagt, Bakterien „aufzusaugen". Dabei sehen Zahnärzte diese Entwicklung eher kritisch: Die Aktivkohle könne nicht unterscheiden zwischen „guten" und „schlechten" Bakterien im Mund, und es sei fraglich, ob sie als Beimischung in einer Creme überhaupt ihre beworbene aufsaugende Kraft besitzt. Grundsätzlich empfehlen Zahnärzte, beim Kauf von Zahnpasta auf zwei Aspekte zu achten: Unabhängig von irgendwelchen Trends zwischen extra-schwarz oder extra-weiß sollte eine Zahnpasta Fluorid enthalten und nicht zu stark abrasiv wirken, das heißt: den Zahnschmelz zu stark abradieren.

7. Bakterien: Aus dem Mund, in den Körper

Zahnbettentzündungen gehen auf spezielle Bakteriengruppen zurück, die sich in einer Zahntasche, geschützt vor häuslichen Mundhygienemaßnahmen wie Zähneputzen, ausbreiten. Da der Körper solche Infektionsstellen mit Abwehrmaßnahmen bekämpft, ist die entzündete Zahntasche unter anderem mit der Blutbahn verbunden, über die Abwehrzellen zum Entzündungsherd transportiert werden. Allerdings geht der Transport an Zellen auch in die entgegengesetzte Richtung: Parodontitis-Keime gelangen ihrerseits in die Blutbahn und schwimmen mit dem Blutstrom durch den Körper. Sie wirken unter anderem auf das Immunsystem, das daraufhin Stoffe produziert und seinerseits in die Blutbahn gibt, die sogar entzündungsförderlich sind. Aber auch direkt haben diese Mund-Keime Kontakt mit Organen und Gewebe an vielen Stellen des Körpers. Insbesondere wenn der Körper ohnehin schon mit Krankheiten belastet ist, die ihrerseits auf Entzündungen spezifischer Strukturen zurückgehen bzw. von ihnen begleitet werden, können Parodontitis-Bakterien aus dem Mund dazu beitragen, dass diese Erkrankungen sich verstärken bzw. weniger gut zu behandeln sind. Sowohl bei Parodontitis-Patienten als auch solchen mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen müssen daher immer alle möglichen weiteren Faktoren untersucht und beachtet werden, um die Erkrankung besser in den Griff zu bekommen.

6. Altersproblem: zu wenig Durst

Im Alter lässt bei vielen Menschen das Durstgefühl nach: Sie merken nicht mehr, dass ihr Körper seinen Bedarf nach Flüssigkeit anmeldet. Nicht ausreichendes Trinken führt dabei zu vielfältigen Gesundheitsstörungen, auch Vergesslichkeit wird mit einem Mangel an Flüssigkeit und dadurch eingeschränkter Hirnleistung in Verbindung gebracht. Im Mund zeigt sich die zu geringe Getränke-Aufnahme insbesondere durch einen Rückgang in der Speichelproduktion. Sprechen und Schlucken fällt dann nicht mehr so leicht, die natürliche Mundspülung nach dem Essen ist reduziert und führt bei eher oberflächlicher Mundhygiene zu Belastungen an den eigenen Zähnen und auch an Zahnersatz. Aber nicht nur nachlassendes Durstgefühl, sondern auch alterstypische Medikamente (z.B. blutdrucksenkende oder auch schmerzstillende Arzneimittel, Antidepressiva u.a.) und chronische Erkrankungen können die Speichelproduktion einschränken. Einen trockenen Mund sollte man daher nicht einfach als „alterstypisch" hinnehmen, sondern die Hintergründe abklären und auch eigene Gegenmaßnahmen wie ausreichende Flüssigkeitszufuhr und aktives Kauen beispielsweise vornehmen.

4. MIH: Was ist das eigentlich?

In den Medien wird immer öfter über MIH berichtet, insbesondere über deren Entstehung und die Möglichkeiten einer Behandlung. MIH bedeutet ausgeschrieben: „Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation". Die Zahnentwicklungsstörung, die vor allem Kinder betrifft, wird umgangssprachlich auch „Kreidezähne" genannt. Beim zurückliegenden Deutschen Zahnärztetag in Frankfurt hat Oberärztin Dr. Maria Giraki (Universität Frankfurt) aktuelle Wissens-Fakten zum Thema vorgestellt. Zähne mit einer solchen Substanzstörung sind sehr empfindlich gegenüber Stressoren wie Temperatur und Kontakt, haben ein deutlich erhöhtes Kariesrisiko und erweisen sich, was bei einer Behandlung besonders problematisch ist, als weniger gut anästhesierbar. Wenn sie bräunliche Verfärbungen zeigen, sind sie auch optisch störend. Selbst bei bester Mundpflege durch die Eltern können solche Kinderzähne geradezu wegbröckeln. Beobachtet wurde eine vergleichbare Zahnstörung schon im 17. und 18. Jahrhundert, seit Ende des 20. Jahrhunderts gibt es wissenschaftliche Beschreibungen dieser weltweit vorkommenden Zahnentwicklungstörung, Behandlungsempfehlungen gibt es allerdings erst seit wenigen Jahren. Nach wie vor unklar ist der Grund für die Fehlentwicklung der Zahnhartsubstanz eines oder mehrerer Zähne – einer Vielzahl an Vermutungen von vorgeburtlichen über geburtsbegleitende Umstände bis hin zu frühkindlichen Erkrankungen und der Rolle entsprechend verabreichter Medikamente steht die Suche nach eindeutigen Belegen gegenüber. Der Forschungsbedarf ist erheblich, wurde erneut bestätigt – die bisherigen umfangreichen Arbeiten hätten noch immer keine eindeutigen Ergebnisse gezeigt.

5. Periimplantitis: Klarstellungen beim DGI-Kongress

Bei den alljährlich stattfindenden großen Jahreskongressen der wissenschaftlichen Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI) steht das Thema „Periimplantitis" – Vorbeugung, Entstehung, Ausbreitung und Behandlung der entzündeten Gewebe rund um das Implantat – immer weit oben auf der Tagungs-Agenda. In diesem Jahr konnten weitere Fortschritte berichtet werden. Beispielsweise machte Referent Dr. Jan Derks (Göteborg) deutlich, dass die unterschiedlichen Zahlen, die zur Verbreitung der Periimplantitis-Fälle kursierten, auf entsprechend unterschiedlichen Standards der Datenerhebung beruhten. Hier konnte mittlerweile international ein Konsens entwickelt werden, der für Praxen und Patienten für mehr Klarheit sorge. Einig war sich die Fachwelt auch dabei, dass unterschiedliche Bezeichnungen verwirren könnten: Eine Periimplantitis-Behandlung sei in dem Moment notwendig, wo sich – an welcher Stelle auch immer – an der Implantatstelle erste Anzeichen einer Entzündung zeigten. Was sich nicht geändert hat: Nach wie vor sind eine sorgsame Mundhygiene und regelmäßige Kontrolluntersuchungen der beste Weg, um solche Entzündungen zu vermeiden bzw. bei ersten Anzeichen eingreifen zu können.

3. DGI: Wo steht die Implantologie heute?

Auf ihrem Jahreskongress 2017 hat die DGI, die wissenschaftliche Deutsche Gesellschaft für Implantologie, den aktuellen Stand des Fachgebietes mit Blick auf Resultate und daraus folgenden Konsequenzen in den Blickpunkt gestellt. Rund 1900 Fachteilnehmer erfuhren seitens des Kongresspräsidenten PD Dr. Gerhard Iglhaut, dass eine Vielzahl an Studien die hohe Erfolgsrate der Zahnersatzversorgung auf Implantaten bestätigt – das Fachgebiet sei also auf einem guten Weg. Bei aller Freude über die vorhandenen Erfolge dürfe aber nicht vergessen werden, dass Medizin nie einen Erfolg garantieren könne: Sowohl die biologischen, gesundheitlichen als auch weiteren Lebensumstände auf Patientenseite als auch die Entwicklung von Therapie-Materialien einerseits und Fachwissen und Erfahrung bei den behandelnden Ärzten andererseits hätten Einfluss darauf, ob eine gelungene Planung auch zu einem guten Ergebnis führe. Fortbildungen wie die traditionellen Jahreskongresse der DGI tragen mit ihrer Vielzahl an großen und kleinen intensiven Themenforen mit viel Erfahrungsaustausch dazu bei, den Informationsstand der Zahnärztinnen und Zahnärzte, aber auch des assistierenden Teams in den Praxen auf einen aktuellen Stand zu bringen.

Speichelstein: Was ist das?

Ein trockener Mund kann ein Zeichen dafür sein, dass im Körper etwas nicht rund läuft: Zwar sind oft Medikamente an dem unangenehmen Gefühl schuld (Beispiel: Antidepressiva, Entwässerungstabletten), aber auch Erkrankungen von Infektionen bis hin zu Tumoren können Anlass für eine gestörte Speichelproduktion sein – das machte vor Kurzem Dr. Geralf Kellner, Klinik-Oberarzt für Hals-Nasen- und Ohrenheilkunde in Erfurt, in einem Interview mit der Presseagentur dpa deutlich. Hinter der Mundtrockenheit kann aber auch ein banalerer Grund stehen: Man hat längere Zeit zu wenig getrunken. Bei reduzierter Flüssigkeitsaufnahme können Speichelsteine entstehen. Diese „Steine" sind sozusagen eingedickter und verhärteter Speichel, sie können sich entwickeln, wenn sich die Zusammensetzung oder die Produktionsmenge in den Drüsen verändert. Die Verstopfung des Speichelabflusses kann zu starken Spannungschmerzen führen. Speichelsteine müssen entfernt werden – auf welchem Weg, entscheidet der Zahnarzt oder Oralchirurg. Das Vorgehen ist abhängig von der Größe und der Lage der Speichelsteine.

 

Wer putzt seine Zähne besser: Mann oder Frau?

Aus Anlass des Tages der Zahngesundheit ging ein Hersteller von Mundhygiene-Hilfsmitteln, das Unternehmen TePe aus Schweden, Mythen zur Mundpflege auf den Grund und untersuchte, ob Frauen und Männer sich bei der Zahnhygiene unterscheiden. Das Ergebnis, das im September dieses Jahres veröffentlicht wurde: Frauen finden Mundhygiene wichtiger (Frauen: 74 %, Männer 59 %), die eigene Mundhygiene ist ihnen auch häufiger „äußerst wichtig" (Frauen: 41 %, Männer 24 %). 5 % der Männer meinten, dass ihnen die eigene Mundhygiene weniger wichtig bis ganz unwichtig sei. 4 % der Männer putzen ihre Zähne demnach 2 – 4 mal die Woche oder noch weniger. Weit mehr Frauen als Männer reinigen ihre Zähne meist zweimal täglich und nutzen Zahnseide für die Zahnzwischenraum-Pflege. Männer, die ihre Zahnzwischenräume säubern, bevorzugen dafür oft „zünftigere" Zahnhölzer. 10 % der Männer, aber auch 6 % der Fragen gaben an, ihre Zahnzwischenräume „nie" zu reinigen.

Zähneputzen: Weil es schön macht

Man dürfte annehmen, dass es gesundheitliche Gründe sind, warum sich Menschen ihre Zähne putzen. Schließlich hat jeder schon mal den Satz gehört: „Ein sauberer Zahn wird selten krank." Insofern brachte eine bevölkerungsrepräsentative Umfrage der Schwenninger Krankenkasse zum Tag der Zahngesundheit 2017 unter 1000 Teilnehmern ein unerwartetes Ergebnis: Mehr als jeder dritte Befragte gab an, seine Zähne nicht aus Sorge vor Karies oder sonstigen Schäden, sondern aus ästhetischen Gründen zu putzen, bei der jüngeren Generation (18 – 34 Jahre) sagte sogar jeder Zweite, dass das Zähneputzen das Aussehen verbessere. Von den Erwachsenen über 50 Jahre gab nur jeder Zehnte ästhetische Gründe für die Mundpflege an. Der Untersuchung zufolge pflegten rund 80 % der Befragten ihre Zähne entsprechend der Empfehlungen, unabhängig vom Grund für ihren Zahnbürsteneinsatz. „Schöne Zähne" ist für viele Menschen ein wichtiger Aspekt: 40 % gaben an, mit dem Aussehen ihrer Zähne unzufrieden zu sein, insbesondere bei der jüngeren Generation war fast jeder Zweite bereit, für mehr Zahnschönheit auch Bleaching-Maßnahmen einzusetzen. Hemmnis: die Kosten.

Speichel: Wo er herkommt

Über einen wichtigen Körperstoff und seine „Quelle" berichtete in einem Zeitungsinterview kürzlich Prof. Dr. Cornelius Klein, Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie: den Speichel. Produziert werden die rund 2 Liter täglich durch sechs größere und viele kleinere Speicheldrüsen an unterschiedlichen Stellen im Mund. Das Besondere: Aus jeder Drüse kommt der Speichel mit ein bisschen anderer Zusammensetzung. Zwar ist immer rund 99 % einfach nur Wasser, aber das restliche Prozent hat es in sich: Die Stoffe hindern Mikroorganismen, darunter auch bestimmte verbreitete Mund-Pilze, am Wachstum und helfen dabei, die Vielfalt an Keimen im Mund (Biotop) in einem harmonischen Gleichgewicht zu halten. Ihren Grundstoff erhalten die Drüsen über den Blutkreislauf: Blutbestandteile (Plasma) wandeln sie um und bauen alles zu dem Sekret zusammen, das wir als Speichel kennen.

Wird er zähflüssig, sind seine hilfreichen Eigenschaften eingeschränkt. Man kann selbst etwas dafür tun, dass der Speichel gut fließt: genug Flüssigkeit zu sich nehmen.

Schmerzen: Moderne Betäubungsmittel helfen

Manchen Betrachter von Jahrmarktszenen auf historischen Gemälden wird der Schauer über den Rücken laufen, wenn auf dem Bild ein „Zahnreißer" einem Patienten einen Zahn zieht. Ohne zuverlässige Betäubung. Wenn die Menschen damals schon gewusst hätten, dass Lachgas, das an einem anderen Jahrmarktstand zur Gaudi der Zuschauer zu kichernden und torkelnden Anwendern führte, ein zuverlässiges Narkosemittel ist, hätte vielen Zahnpatienten erhebliche Pein erspart werden können. Im Jahr 1844, daran erinnerte der Informationsdienst proDente vor einigen Wochen, kam ein Arzt und Zahnarzt im Süden Deutschlands auf die Idee, das Gas einzuatmen, als ihm ein Zahn gezogen wurde. Er spürte keine Schmerzen. Der Selbstversuch von Prof. Dr. Dr. Werner E. Gerabek (Universitäten Würzburg und Regensburg) läutete eine neue Zeit ein: Lachgas nahm seinen Weg in die Zahnmedizin. 1868 wurde die Wirkung durch Beimischung von Sauerstoff noch verlängert. Das auch heute erfolgreich eingesetzte Betäubungsmittel ist so gut verträglich, dass es auch bei Kindern angewendet werden kann, zumal es angstlösend wirkt und die Kinder sich leichter behandeln lassen.

Darm und Mund: Eine Biofilm-Familie

Oft wird der Mund auch als 1. Stufe des Verdauungsapparates bezeichnet: Nahrungsmittel werden durch Speichel vorverdaut und dann weitergereicht an Magen und Darm. In der Regel ist es also hilfreich, was der Mund beim Kauen und Einspeicheln produziert – schlecht gekaute Ernährung kann Bauchschmerzen hervorrufen. Es kommt aber auch vor, dass mit dem Speichel Stoffe in den unteren Verdauungsbereich, hier, den Darm gelangen, die für Menschen mit spezieller Veranlagung problematisch werden können. Ein Forscherteam an der Universität Tokio hat im Oktober darüber informiert, dass bestimmte Mundbakterien der Gattung Klebsiella Darmentzündungen auslösen können, wenn sie mitgeschluckt werden. Diese relativ antibiotikaresistenten Mund-Bakterien hatte das Wissenschaftlerteam bei vielen Patienten mit Chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) vorgefunden. Als problematisch erwies sich eine vorhergehende Antibiotika-Behandlung: Nach einer solchen Therapie sei die Darmflora geschwächt und daher aufnahmebereiter für die Klebsiella-Bakterien. Die Forscher warnen daher davor, mit Antibiotika gegen entzündliche Darmerkrankungen vorgehen zu wollen: Die entsprechend behandelten Patienten hätten mehr Komplikationen als die Patienten mit antibiotisch unbelasteter Darmflora.

Noch immer aktuell: Nuckelflaschenkaries

An sich dürfte es diese Kleinkinder-Karies („Zahnfäule") gar nicht mehr geben: Seit vielen Jahren werden Zahnärzte in Wissenschaft und Praxis nicht müde, Eltern auf den Zusammenhang von gesüßten Getränken in Nuckelflaschen und der Entstehung von Karies im Wachstumsalter der Milchzähne hinzuweisen. Manche Kinder erleben gar nicht, dass ihre Milchzähne größer werden: Die Zähnchen sind schon in der Entwicklungsphase im Mund verfault. Offenbar erreichen diese Hinweise insbesondere Familien in ärmerer bzw. sozial belasteter Situation nicht: Auch heute, darauf verwies Prof. Dr. Stefan Zimmer, Universität Witten-Herdecke kürzlich in einem Zeitungsinterview, hat jedes 6. Kind im Alter bis zu drei Jahren faulende Zähne. Ursache sind meist Nuckelflaschen mit süßen oder sauren Getränken (darunter auch Säfte). Die Säuren zerstören den Zahnschmelz, Bakterien können sich einlagern und den Zahn bis ins Innerste zerstören. Nuckelflaschen werden oft auch als Tröster bei Langeweile gegeben. Das sei unproblematisch – wenn in den Fläschchen Leitungswasser sei, so der zahnmedizinische Wissenschaftler. Das sei nicht nur erheblich preiswerter, sondern schütze auch vor Zahnschäden.

Lamas: Warum sie spucken

Genaugenommen ist es keine Spucke, die Lamas verspritzen, wenn sie ihr Revier verteidigen oder bei Bedrohung ihre Herde schützen: Es ist übelriechender Magensaft. Erst wenn das Spucken nichts nützt, können die friedliebenden Tiere mit Tritten oder auch Bissen angriffslustig werden. Lama-Experten – so ein aktueller Beitrag im Journal Focus – meinen, dass man es als „Tadel" auffassen könne, als Mensch von einem Lama bespuckt zu werden, beispielsweise, wenn man es mit der Fütterung nicht so genau nehme. Lamas zielten sehr genau und attackieren nicht zufällig. Vielleicht interessiert sich die Forschung demnächst mehr als bisher für Lama-Spucke, weil diese Inhaltsstoffe enthalte, die bei der Behandlung von entzündlichen Erkrankungen wie Rheuma helfen könne. So viel Potential hat menschliche Spucke nicht: Speichel besteht zu 99 % aus Wasser und enthält in dem verbleibenden 1 % beispielsweise diverse Proteine bzw. Mineralsalze. Trotzdem ist er wirksam: Er neutralisiert zahnschädigende Säuren im Mund, wirkt remineralisierend bei oberflächlichen Zahnschmelzschäden und als erste Barriere gegen eindringende Keime.

Hinweis auf Mobbing in der Schule: Nächtliches Zähneknirschen

Wenn Kinder oder Jugendliche am Morgen über Kiefer- oder Kopfschmerzen klagen, kann dies durch nächtliches Zähneknirschen verursacht werden. Dann sollten Eltern und Ärzte aufmerksam werden: Wenn Jugendliche in der Nacht mit den Zähnen knirschen – Zahnärzte sprechen dann von Bruxismus – kann dies ein Hinweis auf Mobbing in der Schule sein. Dies belegt eine brasilianische Studie, bei der Wissenschaftler mehr als 300 Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren untersuchten. 103 der Probanden knirschten mit den Zähnen, bei 206 gab es dafür keine Hinweise. Die Teenager werden per Fragebogen nach Mobbing befragt. 43 Prozent gaben an, schon einmal mit Mobbing konfrontiert worden zu sein – als Täter, Opfer oder beides. Knapp zwei Drittel dieser Mobbing-Erfahrenen knirschten im Schlaf mit den Zähnen. Bei den Jugendlichen ohne Mobbing-Erfahrung knirschten hingegen nur 17 Prozent. Fazit der Forscher: Jugendliche, die unter Bruxismus

leiden, haben eine sechs Mal so hohes Risiko als ihre nicht-knirschenden Altersgenossen, in Mobbing involviert zu sein.

Speichel und Kariesrisiko

Dänische Wissenschaftler haben Speichelproben analysiert, um herauszufinden, ob es Unterschiede in der Zusammensetzung des Speichels bei Patienten mit und ohne Karies gibt. Bei Gesunden konnten die Forscher eine größere Vielfalt an Bakterien in der Mundflora feststellen als bei Patienten mit Karieserfahrung. Darüber hinaus waren bestimmte Bakterienarten bei Gesunden bzw. bei Kariespatienten häufiger. Auch unterscheidet sich der Speichel in Bezug auf andere Inhaltstoffe. Personen mit einer geringen Karieserfahrung zeigten eine Speichelzusammensetzung, die die Remineralisation des Zahnschmelzes durch höhere Calcium- und Phosphorkonzentrationen begünstigt.

Bakterium in der Mundflora spielt bei rheumatoider Arthritis eine Rolle

Schon seit vielen Jahren wissen Ärzte, dass Patienten, die an chronischen Gelenkentzündungen (rheumatoider Arthritis) leiden, häufig auch an einer Entzündung des Zahnhalteapparates (Parodontitis) erkrankt sind. Bei beiden Krankheiten spielen Entzündungsprozesse eine entscheidende Rolle und Forscher suchen schon länger nach Bakterien in der Mundhöhle, die ebenfalls bei beiden Krankheiten bedeutsam sein könnten.

Nun haben US-Wissenschaftler ein Bakterium entdeckt, das wahrscheinlich jene Prozesse anschiebt, die zur Bildung von spezifischen Abwehrstoffen des Immunsystems führen: das sind sogenannte Autoantikörpern, die körpereigenes Gewebe angreifen und so die Gelenkentzündungen verursachen. Das Bakterium trägt einen zungenbrechenden Namen: Aggregatibacter actinomycetemcomitans. Die Wissenschaftler vermuten, dass eine genetische Veranlagung sowie eine Infektion mit diesem Bakterium die Entstehung einer rheumatoiden Arthritis anschieben kann. Ihr Rat lautet daher: wer seine Zähne gründlich putzt, sorgt nicht nur für eine gesunde Mundhöhle, sondern beugt auch anderen Erkrankungen vor.

Karieslöcher schließen ohne Bohren

Wenn Kariesbakterien zwischen Zähnen den Zahnschmelz geschädigt und eine „Zahnhöhle" – in der Fachspfrache Kavität genannt – erzeugt haben, geht bei der klassischen Behandlung mitunter auch gesunde Zahnsubstanz verloren, die beim Bohren zwischen den Zähnen beschädigt wird.

Wissenschaftler von der Universität in Alabama erproben derzeit ein neues Verfahren, was Karieslöcher zwischen den Zähnen verschließen kann – ohne Bohren und ohne Schmerzspritze.

Bei dieser sogenannten Harzinfiltration wird das Loch im Zahnschmelz zuerst gereinigt. Danach das flüssige Harz in die Zahnzwischenräume eingebracht und mit UV-Licht gehärtet.

Allerdings funktioniert die Behandlung nur zwischen den Zähnen oder auf glatten Flächen mit kleinen Karieslöchern. Das Gel ist von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde bereits zugelassen, wird aber noch in Studien erprobt.

Frauen nach den Wechseljahren: Beziehung zwischen Parodontitis und Krebs

Frauen nach den Wechseljahren, die unter Zahnbettentzündungen (Parodontitis) leiden erkranken dreimal häufiger an Speiseröhrenkrebs als Frauen mit gesundem Zahnfleisch. Dies belegt eine Studie US-amerikanischer Forscher. Ebenso entdeckten die Wissenschaftler auch eine Verbindung zwischen Parodontitis und Krebserkrankungen von Brust, Lunge, Gallenblase und schwarzem Hautkrebs.

Die Studie ist nicht die erste, die bei Menschen mit einer schlechten Mundhygiene ein erhöhtes Krebsrisiko nachweist. Die Ursache dieser Verbindung können epidemiologische Studie allerdings nicht erklären.

Die Forscher vermuten jedoch, dass die Entstehung von Speiseröhrenkrebs durch Substanzen gefördert werden könnten, die aus den entzündeten

Zahnfleischtaschen in die Speiseröhre gelangen.

Rauchen und Antidepressiva: Risikofaktoren für frühen Implantatverlust

Schwedische Wissenschaftler haben in einer Studie untersucht, welche Faktoren dafür verantwortlich sind, wenn Implantate noch vor dem Ende einer Therapie und der endgültigen Versorgung mit Zahnersatz verloren gehen können. Ausgewertet wurden im Rahmen der Studie die Therapieergebnisse von 2670 Patienten, die zusammen mehr als 10000 Implantate erhalten hatten. Von diesen gingen sechs Prozent verloren, etwas mehr als ein Prozent der Implantate gingen in der Frühphase, noch vor dem Ende der Behandlung verloren. Nur zwei Faktoren erwiesen sich bei der Untersuchung als statisch signifikante Risikofaktoren für diesen frühen Verlust: Rauchen und die Einnahme von Antidepressiva. Eine Nebenwirkung der Mittel gegen Depressionen ist chronische Mundtrockenheit, die das Einheilen von Implantaten erschweren kann. Patienten, die Antidepressiva bzw. selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer einnehmen, sollten daher ihren Zahnarzt oder Implantologen unbedingt über die Einnahme informieren und ihm den Namen der entsprechenden Medikamente mitteilen.

 

Zahnzwischenräume bürsten reduziert Zahnfleischbluten

Französische Wissenschaftler haben gezeigt, dass der zusätzliche Einsatz von Zahnzwischenraumbürstchen, sogenannten Interdentalbürstchen, bei Patienten mit Zahnbettentzündungen (Parodontitis) binnen relativ kurzer Zeit Zahnfleischbluten vermindert.

Die Forscher hatten zwei Patientengruppen gebildet: In der Kontrollgruppe putzen die Teilnehmer ihre Zähne zweimal täglich mit einer herkömmlichen Zahnbürste, in der Testgruppe kam zusätzlich einmal täglich die Interdentalzahnbürste zum Einsatz. Die Probanden wurden im Abstand von mehreren Wochen untersucht und der Anteil blutender Stellen im Mund erfasst.

Zu Beginn registrierten die Forscher bei beide Gruppen vergleichbare Werte: Jeweils 35 Prozent der Patienten litten unter Zahnfleischbluten.

In der Kontrollgruppe änderte sich daran nichts. In der Testgruppe sank hingegen der Anteil von Patienten mit Zahnfleischbluten von 35 Prozent über 15 Prozent nach einer Woche auf 11 Prozent nach einem Monat.

Kinder mit Heuschnupfen haben häufiger Karies

Kinder, die an Heuschnupfen leiden, haben auch ein höheres Kariesrisiko. Dies haben chinesische Wissenschaftler aus Taiwan bei einer Untersuchung mit mehr als 9000 Kindern herausgefunden. Kinder mit Heuschnupfen mussten häufiger wegen Karies behandelt werden. Nicht erhöht war demgegenüber die Karieshäufigkeit bei Kindern mit allergischem Asthma. Ursache des erhöhten Kariesrisikos könnten die Therapie der „Heuschnupfler" mit Medikamenten sein, die Antihistaminika und Kortikoide enthalten. Frühere Untersuchungen haben hereits darauf hingedeutet, dass diese Medikamente die Entstehung von Karies fördern.

Gerichtsurteil: Neuer Zahnersatz nach vier Jahren möglich

Private Krankenversicherungen versuchen häufig, berechtigte Ansprüche von Patienten durch einen Papierkrieg nicht erfüllen zu müssen. In dieser Situation befand sich auch eine Patientin, deren implantatgetragene Prothese nach vier Jahren Tragezeit aufgrund umfangreicher Schäden nicht mehr repariert werden konnte. Obwohl die defekte Prothese – aufgrund der lange sich hinziehenden Auseinandersetzung nicht mehr vorlag – urteilte das Landgericht Koblenz, dass die medizinische Notwendigkeit einer Erneuerung von implantatgetragenem Zahnersatz entsprechend den Aussagen eines Gutachters und des behandelnden Zahnarztes möglich ist.

Ältere Patienten profitieren von Zahnimplantaten

Die Zahl der Patientinnen und Patienten steigt, die sich für implantatgetragenen Zahnersatz interessieren. Die Untersuchung einer Wissenschaftlergruppe von der Universitätsmedizin Göttingen zeigt, dass Implantate auch im hohen Alter eine gute Alternative zu konventionellem Zahnersatz sein können. Die Forscher verglichen die Ergebnisse einer Implantat-Behandlung bei jungen Patienten unter 35 Jahren mit denen bei älteren Patienten über 70 Jahren. Bei den Verlustraten konnten die Experten keinen bedeutenden Unterschied fdeststellen. Auch andere Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes, an dem die älteren Patienten häufig litten, hatte keine negativen Auswirkungen.

Das Klima formt die Nase

Groß, klein, breit oder schmal, lang oder kurz: Menschen erben die Form ihrer Nase von ihren Eltern. Doch letztendlich wurde die Nase von Menschen und ihrer Vorfahren durch einen langsamen Prozess der Anpassung an lokale Klimaverhältnisse geformt. Wie US-amerikanische Wissenschaftler in einer Fachzeitschrift berichten, konnten sie eine Beziehung zwischen bestimmten Merkmalen der Nase und lokalen Temperaturen und Luftfeuchtigkeit herstellen. So besteht eine Beziehung der Größe der Nasenlöcher mit Temperatur und absoluter Luftfeuchtigkeit: Weitere Nasenlöcher sind typisch für feucht-heiße Klimazonen, engere mit trockener und kühlerer Luft.

Karies trotz guter Mundhygiene

Warum diagnostizieren Zahnärzte bei manchen Menschen Karies trotz einer guten Mundhygiene und bei anderen gesunde Zähne, obwohl die Besitzer es mit dem Putzen nicht so genau nehmen? Auf diese Frage hat ein Forscherteam von der Universität in Zürich nun eine erste Antwort. Bei Mäusen konnten die Wissenschaftler ein Bündel von Erbanlagen (Genen) identifizieren, das zur Bildung eines leicht zu schädigenden und schwachen Zahnschmelzes führt, wenn diese Gene verändert (mutiert) sind. Drei mutierte Gene sind vor allem dafür verantwortlich, dass der Zahnschmelz des betroffenen Patienten weniger widerstandsfähig ist und daher von Kariesbakterien leichter geschädigt werden kann. Die Wissenschaftler hoffen, dass sich aus ihrer Erkenntnis vorbeugende Maßnahmen gegen Karies ableiten lassen, welche den Zahnschmelz vor den Attacken der Mikroben schützen.

Kind beim Zahnarzt: Die Auswahl einer Belohnung erhöht die Kooperationsbereitschaft

Die zahnärztliche Behandlung von Kindern ist für Praxisteam oft eine große Herausforderung. Die kleinen Patienten wollen sich nicht behandeln lassen, weinen oder haben Angst. Darum bekommen Kinder von britischen Zahnärzten oft einen kleinen Orden aus Papier, einen Sticker, für gutes Mitmachen. Nun haben Wissenschaftler überprüft, ob der Effekt der Belohnung gesteigert werden kann, wenn die Kinder aus einer Sammlung von kleinen Geschenken sich eines aussuchen dürfen. Wenig überraschend war das Ergebnis: Kleine Patienten, die sich ihre Belohnung selbst aussuchen durften waren deutlich kooperativer als jene, die diese Wahl nicht hatten, sondern nur den Sticker erhielten.

Impfstoff gegen Karies in Sicht

Chinesische Wissenschaftler haben einen Impfstoff gegen Karies entwickelt, der sich bei ersten Tests mit Mäusen als wirksam erwiesen hat. Wie die Forscher in einer Fachzeitschrift schreiben, wurde der Impfstoff den Nagern als Nasenspray verabreicht. Bei kariesfreien Tieren konnte die Vakzine bei 64 Prozent eine Infektion mit Kariesbakterien verhindern. Dieser Wirsamkeitgrad liegt allerdings deutlich unter jenem anderer Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten.

Auch Mäuse mit Karies profitierten von der Impfung: Die hälfte wurde dadurch die Karieskeime los.

Allerdings wird der Impfstoff eine gute Mundhygiene nie ersetzen können. Allerdings könnten Patienten davon profitieren, die zu einer gründlichen Mundhygiene nicht mehr in der Lage sind.

Genetische Risikofaktoren für Zahnbett-Entzündung identifiziert

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Wissenschaftlern der Charité – Universitätsmedizin Berlin hat im menschlichen Erbgut Varianten bestimmter Abschnitte identifiziert, die mit einem erhöhten Risiko für Parodontitis verbunden sind. Die individuelle Anfälligkeit für die verschiedenen Formen von Zahnbettentzündungen wird beeinflussst von der Mundflora, dem Immunsystem und von bestimmten Erkrankungen wie der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus. Auch das Rauchen und die Ernährung spielt eine Rolle. Wie der Körper auf diese Faktoren reagiert, wird von dem individuellen genetischen „Make-Up" reguliert. Die Suche nach genetischen Markern im Erbgut von Gesunden und Patienten mit Parodontitis förderte zwei Abschnitte im Erbgut zutage, die mit einem erhöhten Risiko für diese Erkrankung verbunden sind – unabhängig von anderen Risikofaktoren. Diese Genabschnitte beeinflussen die Reaktionen des Immunsystems auf Mikroorganismen.

Überraschende Befunde über den Speiseplan der Neandertaler

Wie sich die Neandertaler vor mehr als 40.000 Jahren ernährten, können Wissenschaftler heute mit modernen Verfahren untersuchen. Die Analyse von Erbsubstanz in Zahnbelägen gibt darüber beispielsweise Aufschluss. Ein internationales Forscherkonsortium hat die Zahnbeläge von vier Neandertaler-Skeletten untersucht. Zwei waren in Belgien und zwei in Spanien gefunden worden.

In Belgien aßen die Neandertaler unter anderem Wollnashörner und wilde Schafe, als Beilage gab es Pilze gegeben, berichten die Forscher in einer Fachzeitschrift. Die Neandertaler aus Spanien scheinen hingegen eher Vegetarier gewesen zu sein: Auf ihrem Speiseplan standen Pinienkerne, Moos, Pilze und Baumrinde.

Hoher Zuckerkonsum verursacht hohe Behandlungskosten

In westlichen Industrienationen verursacht der hohe Zuckerkonsum erhebliche Kosten für zahnärztliche Behandlungen. Das berichtet ein Forscherteam vom Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften der Universität Halle-Wittenberg in einer Fachzeitschrift.

In Deutschland konsumieren die Bürger täglich im Durchschnitt zwischen 90 und 110 Gramm Zucker pro Kopf. Zahnärztliche Behandlungskosten von 210 Euro pro Person sind die Folge. Würde die Zielvorgabe der Weltgesundheitsorganisation von 50 Gramm Zucker pro Person und Tag eingehalten, ließen sich, so die Forscher, in Deutschland 150 Euro Behandlungskosten pro Person einsparen. Hochgerechnet auf Bundesebene entspräche dies einem jährlichen Einsparungspotential von rund zwölf Milliarden Euro.

Nächtliche Atemstörungen erhöhen Parodontitis-Risiko

Wenn im Schlaf die Atmung aussetzt – Ärzte sprechen von Schlaf-Apnoe – führen solche Atemstillstände nicht nur zu Tagesmüdigkeit, Konzentrationsschwäche und langfristig zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sondern erhöhen auch das Risiko von Zahnbettentzündungen (Parodontitis). In einer Studie untersuchten Wissenschaftler die Mundgesundheit von Patienten mit und ohne Schlaf-Apnoe. Resultat: Patienten mit nächtlichen Atemstörungen litten häufiger an Parodontitis. Außerdem waren bei ihnen bestimmte Botenstoffe erhöht, die bei Zahnbettentzündungen eine Rolle spielen. Wahrscheinlich verursachen die Atemstörungen Mundtrockenheit, die wiederum die Besiedlung des Mundes mit Bakterien fördert, die bei der Parodontitis eine Rolle spielen.

Kindermundgesundheit: immer besser – aber....

Bei einem Kongress für Kinderärzte und Kieferorthopäden im April in Frankfurt stellte Prof. Dr. Stefan Zimmer von der Universität Witten-Herdecke aktuelle Daten zur Mundgesundheit der Kinder vor. Grundlage war die kürzlich veröffentliche V. Deutsche Mundgesundheitsstudie. Sehr eindrucksvoll sei der Vergleich der Daten von heute mit denen von vor rund einhundert Jahren: Im Jahr 1904 hätten noch 97 % der Kinder an Karies gelitten. Heute hätten die meisten Kinder kariesfreie Zähne. Dass der Durchschnitt der Kariesanzahl bei Kindern dennoch nicht bei Null liege, hänge mit der weniger guten Mundgesundheitssituation bei Kindern aus sozial schwachen familiären Rahmenbedingungen zusammen. Kinder aus solchen Familien hätten aber nicht nur mehr kariös zerstörte Zähne, sondern auch deutlichen Behandlungsbedarf. Laut einer früheren Studie sei jedes zweite Kind, das hätte behandelt werden müssen, gar nicht zur Behandlung erschienen. Die Konsequenz seien bereits in jungen Jahren zerstörte oder gar verloren gegangene Milchzähne mit allen problematischen Folgen für das bleibende Gebiss. Auch bleibende Zähne bei Kindern und Jugendlichen seien oft schon deutlich geschädigt. In der Regel helfe es solchen Kindern und ihren Eltern nicht, sie zu Maßnahmen aufzufordern, da sie diesen selten folgten – sinnvoller sei dagegen beispielsweise die Anwendung von fluoridiertem Salz in der Küche der Familie, was wenigstens ein wenig zur Verbesserung des Zahnschmelzschutzes beitrage.

Nickel: im Mundraum eventuell hilfreich

Eine spannende Studie an der Universität Bonn hatte vor einigen Monaten zu Erstaunen nicht nur in der Fachwelt geführt: Demnach weisen entsprechend veranlagte Menschen zwar allergische Reaktionen auf nickelhaltige kieferorthopädische Apparaturen auf – diese seien für den Körper aber eher eine „Immunisierung" als eine Belastung. Der Mundraum reagiere, so PD Dr. Lina Gölz von der Universität Bonn bei einem Fachkongress, anders auf den Kontakt mit dem Metall als die Haut des Menschen. Die sehr minimale Abgabe von Nickelstoffen im Mund habe dazu geführt, dass Nickel-Allergiker bei einem späteren Kontakt mit Nickel (Jeansknopf, Modeschmuck, Piercings...) deutlich weniger allergische Reaktionen zeigten als Menschen ohne die „Immunisierung" durch die zuvor getragene Zahnspange. Die Apparatur habe gewisserweise einen Effekt wie eine „Impfung" gegen Nickelallergie. Bei einer Pressekonferenz einige Wochen später antwortete DGI-Präsident Prof. Dr. Frank Schwarz auf die Frage, ob es auch bei Titan-Implantaten einen ähnlichen Effekt einer Art „Immunisierung" gebe, dies sei in der Tat in etwa vergleichbar.

Milchzahn-Schmelzschäden: Ursachen noch immer unbekannt

Die vielfach in den Medien dargestellte MIH (Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation) ist ein großes Thema in der Kinderzahnheilkunde: Die Ursachen, warum Kinder solchen wie aufgelöst erscheinenden Zahnschmelz an Milchzähnen im Kaubereich (Molaren) oder in der Front (Inzisive) zeigen, sind nach wie vor nicht eindeutig geklärt. Dr. Christian Kirschneck vom Universitätsklinikum Regensburg berichtete seinen Kolleginnen und Kollegen bei einem Fachkongress in Frankfurt vor einigen Wochen über den aktuellen Wissenstand nicht nur zu den Ursachen, sondern auch zu den Möglichkeiten, den Kindern mit solchen Schäden durch eine Behandlung zu helfen. Dem Medien würde man zwar entnehmen, dass es sich um eine neue Erkrankung handle – dem sei aber keineswegs so. Diese besondere Form von Schmelzschäden sei nur früher nicht als eigenständige Erkrankung gesehen und bezeichnet worden. Die MIH sei in drei Schweregrade eingeteilt: Bei manchen Kindern werde Kauen und Leben von den Schäden kaum beeinträchtigt, andere müssten in engen Abständen in der Praxis kontrolliert und mit hochintensiver Fluoridapplikation behandelt werden, um die weitere Zerstörung des Zahnes aufzuhalten. Bei manchen anderen Kindern sei der betreffende Zahn so stark angegriffen, dass eine Entfernung des restlichen Zahnes Sinn macht: Da die Zahnlücke für das gesunde Nachwachsen des bleibenden Zahnes benötigt wird, muss sie kindgerecht versorgt werden, beispielsweise mit einer „Kinder-Krone". Es kann aber auch Sinn machen, und dieser Weg sei oft nachhaltiger, so der Referent, die Lücke mit einer kieferorthopädischen Behandlung zu schließen. In beiden Fällen ist ein auf die Zukunft und das Wachstum des Kindes ausgelegtes Gesamt-Behandlungs-Konzept notwendig, dass sowohl kinderzahnärztliche als auch kieferorthopädische Expertise benötige.

Je früher die MIH-Entwicklung erkannt werde, umso größer sei die Chance, ein gesundes Gebiss zu erhalten.

Zurückweichendes Zahnfleisch: eine interdisziplinäre Aufgabe

Es gibt viele Gründe, warum das Zahnfleisch im Laufe der Lebensjahre zurückweicht und, was diese Entwicklung so problematisch macht, den schmerzempfindlichen Zahnhals freilegt. Beispielsweise kann dies Folge von falschem und zu kraftvollem Putzverhalten sein. Oder der Patient presst seine Zähne beispielsweise beim Schlafen zu kraftvoll aufeinander, dann weicht das Zahnfleisch vor diesem Stress zurück. Es gibt viele weitere Ursachen, die der Zahnarzt bei der Untersuchung des Zahnzustandes erkennen wird, er ist also auch die beste Quelle, um nach den persönlichen Gründen für die freiliegenden Zahnhälse zu fragen. Wenn es aber darum geht, diese zu behandeln, kann zusätzliche Expertise notwendig sein. Hier sind parodontologisch erfahrene Zahnärzte ebenso gefragt wie Fachzahnärzte für Kieferorthopädie oder auch solche mit besonderer Kenntnis rund um die Chirurgie im Mundraum, sagte Professor Dr. Philipp Mayer-Marcotty von der Universität Göttingen kürzlich bei einem Kongress zur Erwachsenenbehandlung. Manchmal mache es Sinn, schief stehende Zähne erst einmal kieferorthopädisch aufzurichten, um sie wieder gerade ins Zahnbett zu stellen. Da das verloren gegangene Zahnfleisch in der Regel nicht oder nicht komplett wieder zurückkommt, kommen kleinere chirurgische Eingriffe in Betracht, die Gewebe aus anderen Mundbereichen an die Stelle des verloren gegangenen Zahnhals-Schutzes einsetzen. Es sei gut, dass die moderne Zahnmedizin über eine Vielzahl an Verfahren verfüge, aber auch eine Vielzahl an Experten, die sich jeweils besonders mit der einen oder anderen Vorgehensweise auskennen.

Auch in der Zahnmedizin: Der kleine Unterschied

Der Blick auf die Patienten und ihre individuellen Voraussetzungen und Bedürfnisse spielt auch in der Zahnmedizin eine steigende Rolle. Nicht nur das Alter der Patienten und ihre Vorerkrankung, auch das Geschlecht wird immer öfter beachtet, wenn es um Prävention und Therapie geht. Bei einem großen zahnärztlichen Fachkongress in Ludwigsburg in diesem Sommer wurde deutlich, dass Männer und Frauen, aber auch multimorbide alte Patienten nicht zuletzt hinsichtlich der Vorbeugung von Zahn- und Munderkrankungen unterschiedliche Bedarfe haben: Die Prophylaxe müsse heute individueller und ganzheitlicher auf den jeweiligen Patienten ausgerichtet werden, sagte Prof. Dr. Johannes Einwag/Stuttgart. In der Zahnmedizin bestehe noch Entwicklungsbedarf, was die entsprechenden Erkenntnisse für die individualisierte Versorgung der Patienten erfordern. Zudem gebe es Schulungsbedarf für die Zahnärzte und das Praxisteam, um den bereits bekannten individuellen Voraussetzungen der Patienten noch mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Hier sei auch die Wissenschaft gefordert, die bestehenden Erkenntnisse mit Fakten und Empfehlungen zu untermauern.

Unsichtbare Kieferorthopädie für Erwachsene: medizinische Vorteile

Auch im Vorfeld einer Implantatversorgung kann eine kieferorthopädische Behandlung sinnvoll sein: Unter anderem ist es möglich, die notwendige Zahnlücke so zu erweitern, dass ein Implantat den notwendigen Platz findet, um in ausreichend Knochen gut einzuheilen. Die Kieferorthopädie arbeitet mit der Biologie: Durch gezielte Krafteinwirkung werden die Knochenzellen im Kiefer an der einen Stelle abgebaut und an anderer Stelle neu aufgebaut – so kann sich eine Zahnlücke dem Bedarf anpassen. Mit sichtbaren festsitzenden Apparaturen wie Brackets muss heute aber kein Erwachsener mehr in den Spiegel schauen, es gibt längst etablierte „unsichtbare" Verfahren wie beispielsweise Lingual-Brackets. Diese werden an den Zahninnenseiten angebracht und erwiesen sich in entsprechenden Tests zudem als weniger zahnschmelzbelastend als bei Klebung auf der Zahnfront. Bisher galt die Behandlung als medizinisch nicht notwendig und führte zu Problemen bei der Erstattung der Behandlungskosten. Das hat sich vor wenigen Wochen geändert: Laut Fachzeitschrift „kn-aktuell" hat die Behandlung mit Lingual-Brackets medizinische Vorteile, die gerichtlich bestätigt wurden; so bestehe berechtigte Hoffnung auf künftige Kostenübernahme durch die private Krankenversicherung.

Mehr Zahnverlust durch Parodontitis als Karies

Aktuelle Untersuchungen belegen, dass aufgrund verbesserter Mundhygiene und einer intensiven zahnärztlichen Prophylaxe dazu geführt hat, dass mit zunehmendem Alter mehr Zähne aufgrund von Zahnbettentzündungen (Parodontitis) als wegen Karies verloren gehen. Es bestehen darüber hinaus Beziehungen zwischen Parodontitis und dem Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt und Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). Eine gründliche häusliche Mundhygiene – einschließlich der Reinigung der Zahnzwischenräume – spielt darum eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, eine Parodontitis zu verhüten. Auch die professionelle Zahnreinigung (PZR) kann – dem individuellen Risiko angepasst – einer Entzündung des Zahnhalteapparates vorbeugen. Wenn Patientinnen oder Patienten an einer Parodontitis leiden, is die PZR in Verbindung mit einer unterstützenden Parodontitis-Therapie für den Langzeiterfolg der Behandlung von entscheidender Wichtigkeit.

Pflichttermin: Einmal im Jahr zum Zahnarzt

Pflichttermin: Einmal im Jahr zum Zahnarzt

 

Erwachsene sollten mindestens einmal im Jahr – Kinder sogar zweimal – zur Vorsorgeuntersuchung zum Zahnarzt gehen. Dann können Karies oder beginnende Zahnbetterkrankungen rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Stellt die Zahnärztin oder der Zahnarzt ein erhöhtes Kariesrisiko fest, empfehlen Experten die Teilnahme an einem Prophylaxeprogramm, bei dem neben regelmäßigen Kontrolluntersuchungen auch eine professionelle Zahnreinigung entsprechend dem persönlichen Risiko eines Patienten festgelegt wird.

Professionelle Zahnreinigung auch bei Jugendlichen

Haben Jugendliche ein erhöhtes Karies-Risiko, beispielsweise während einer kieferorthopädischen Behandlung oder weil sie häufig süße Zwischenmahlzeiten und zuckerhaltige Limonaden konsumieren, profitieren sie von einer professionellen Zahnreinigung (PZR). Das betonen Experten für präventive (vorbeugende) Zahnheilkunde in einer Fachzeitschrift. Ob und wie oft eine Zahnreinigung in der Praxis des Zahnarztes sinnvoll ist, entscheidet der Zahnarzt gemäß der individuellen Situation.

Drei gegen Karies

Patienten können selbst sehr viel tun, um Karies zu verhindern. Das Rezept ist einfach und enthält nur drei „Zutaten": Zwei Mal täglich Zähneputzen mit einer fluoridhaltigen Zahncreme, ein möglichst geringer Zuckerkonsum und das Kauen zuckerfreier Kaugummis nach den Mahlzeiten für zehn bis 20 Minuten. Das Zähneputzen entfernt den Biofilm, das Flourid in der Zahncreme fördert die Remineralisierung der Zähne und der Kaugummi nach dem Essen fördert den Speichelfluss und damit die Entfernung von Nahrungsresten an den Zähnen. Zahnseide und Interdentalbürstchen können Zahnbelag und Nahrungsreste zwischen den Zähnen entfernen.

Wechseljahre: Kein Problem mit Zahnimplantaten

Die hormonellen Umstellungen in den Wechseljahren können nicht nur Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen verursachen, sondern haben auch Auswirkungen auf den Knochenstoffwechsel: Nach den Wechseljahren steigt das Risiko, an Knochenschwund (Osteoporose) zu erkranken. Eine Osteoporose kann auch Auswirkungen auf den Kieferknochen haben. „Gleichwohl ist eine Versorgung mit Zahnimplantaten auch bei Osteoporose-Patienten möglich", betonen Experten der Deutschen Gesellschaft für Implantologie. Das belegen aktuelle Analysen brasilianischer Wissenschaftler. Wie diese in einer Fachzeitschrift berichten, ist das Risiko für einen Verlust der künstlichen Zahnwurzel bei Osteoporose-Patientinnen nicht höher als bei Frauen, die nicht unter Knochenschwund litten.

Rheumapatienten: regelmäßig zum Zahn-Checkup

„Patienten, die an einer rheumatoiden Arthritis leiden, sollten regelmäßig Zähne und Zahnfleisch untersuchen lassen", empfehlen Experten der Deutschen Gesellschaft für Implantologie. Denn offenkundig gibt es eine enge Beziehung zwischen der chronischen Gelenkentzündung und Entzündungen des Zahnhalteapparates (Parodontitis): Bei beiden Erkrankungen handelt es sich um chronisch entzündliche Erkrankungen. Patienten mit rheumatoider Arthritis leiden vermehrt an einer Parodontitis und umgekehrt. Inzwischen mehren sich die Hinweise, dass sich eine erfolgreiche Therapie der Parodontitis auch auf die rheumatoide Arthritis positiv auswirkt. Darum profitieren Rheumatiker von einer engmaschigen Überwachung ihrer Mundgesundheit, um Zahnverlust zu vermeiden, lautet das Fazit der Wissenschaftler.

Vor dem Sommerurlaub zum Zahn-Check

Wer sich die schönsten Wochen des Jahres nicht mit Zahnschmerzen verderben will, sollte vor dem Urlaub einen Zahn-Check einplanen. Sollte eine Behandlung nötig sein, kann diese dann noch vor Reiseantritt abgeschlossen werden. Auf gar keinen Fall sollte man mit Zahnschmerzen in den Urlaub fahren. Dann gilt es unbedingt vorher den Zahnarzt zu konsultieren. Zwar lassen sich leichte Zahnschmerzen einige Tage mit Schmerzmitteln überbrücken, doch für einen längeren Urlaub ist dies keine Lösung – zumal nicht auszuschließen ist, dass sich die Beschwerden verschlimmern. Mitunter kann der Zahnarzt mit einer Therapie zumindest beginnen und diese nach dem Urlaub abschließen. Ebenso ist es wichtig, eine Implantation oder die operative Entfernung eines Weisheitszahnes mit den Urlaubsplänen zu synchronisieren. Zwischen Operation und Urlaubsbeginn sollte mindestens eine Woche liegen: Körperliche Anstrengungen gehören nach einem dentalen Eingriff nicht auf das Tagesprogramm.

Erstes Lebensjahr: Besser Obst essen als Fruchtsaft trinken

Fruchtsäfte enthalten mehr Zucker als Obst und fördern so Karies. Darum empfehlen US-amerikanische Kinderärzte, dass Eltern ihren Kindern im ersten Lebensjahr grundsätzlich keine Fruchtsäfte geben und dem Nachwuchs stattdessen frisches Obst anbieten sollten. Der süße Geschmack von Säften könne, so die Experten, darüber hinaus auch dazu führen, dass eine Vorliebe für Süßes geprägt wird und die Kinder dann später Süßgetränken den Vorzug geben. Der Durst sollte bei kleinen Kindern mit Milch und bei größeren mit Wasser gestillt werden, empfehlen die Kinderärzte.

Zahnfleischschwund durch Zähneputzen?

Bei Erwachsenen und älteren Menschen kann sich das Zahnfleisch zurück bilden, Fachleute sprechen von einer „Rezession" des Zahnfleischs. Dann liegt der Zahnhals frei, es wächst das Risiko für Überempfindlichkeitsreaktionen auf Hitze und Kälte und für Erkrankungen des Zahnhalteapparats. Da das Zahnfleisch auch bei Patienten mit guter Mundhygiene schrumpfen kann, haben Experten die möglichen Ursachen unter die Lupe genommen. Rauchen, Zahnfleischentzündungen und Plaque spielen eine Rolle. Doch wie steht es um die Zahnputztechnik? Das Zähneputzen alleine – ob mit Handzahnbürste oder elektrischer Zahnbürste – scheint die Zahnfleischveränderungen weder auslösen noch verschlimmern zu können, schreiben Experten in einer Fachzeitschrift. Nicht die Bürste selbst, sondern allenfalls die Art ihrer Anwendung kann das Zahnfleisch schädigen. Wichtig ist es daher, sanft und ohne starken Druck zu putzen.

Zahnarzt-Phobie: Betroffene haben schlechtere Zähne

Menschen mit ausgeprägter Furcht vor dem Zahnarztbesuch haben ein erhöhtes Risiko für Zahnverlust und Karies sowie eine schlechtere orale Lebensqualität. Dies belegt eine Studie britischer Zahnärztinnen und Zahnärzte. Die Wissenschaftler hatten Mundgesundheit und Befinden von Menschen mit und ohne Dental-Phobie untersucht und verglichen. Die Forscher vermuten, dass Patienten mit einer Dentalphobie regelmäßige Kontrolluntersuchungen vermeiden, bei denen Erkrankungen von Zähnen und Zahnfleisch frühzeitig erkannt und behandelt werden können. Damit verknüpft ist auch der Befund, dass Phobie-Patienten sich eher für eine radikale Lösung entscheiden, etwa eine Zahnextraktion, als für eine längerfristige Therapie.

Die Mundgesundheit bei Senioren hat sich verbessert

Vor 20 Jahren war noch ein Viertel der Senioren völlig zahnlos. Heute muss nur noch jeder achte in der Altersgruppe zwischen 65 und 74 Jahren eine Vollprothese tragen. Die modernen Möglichkeiten der Zahnerhaltung und vor allem die konsequente Orientierung der Zahnmedizin auf die Gesunderhaltung von Zähnen und Zahnfleisch sind dafür entscheidend, betonen die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung und die Bundeszahnärztekammer. Darum nehme Deutschland hier einen Spitzenplatz im internationalen Vergleich ein. Allerdings zeigt aktuelle Mundgesundheitsstudie auch, dass Menschen in sozial schwierigen Lebenslagen noch nicht im gleichen Maße wie die breite Bevölkerung von der positiven Entwicklung profitieren: Das Wissen, dass regelmäßige Mundpflege und Kontrolluntersuchungen viel bewirken können, müsse weiterhin intensiv vermittelt werden, so die Experten.

Die Zahnzwischenräume pflegen

Die Pflege der Zahnzwischenräume – ob mit Zahnseide oder Interdentalbürstchen – gehört zu einer modernen Mundpflege dazu. Unterbleibt sie, hat dies Folgen für die Mundgesundheit. So zeigt beispielsweise die aktuelle Mundgesundheitsstudie, dass jüngere Erwachsene, welche auf die Reinigung ihrer Zahnzwischenräume verzichten, doppelt so häufig kariöse Zahnflächen haben wie jene, die auf diese Reinigung verzichten. Auch das Zahnfleisch ist deutlich gesünder, wenn die Zahnzwischenräume gepflegt werden. 

Angst vor der Behandlung: neue Wege

Auch wenn die Angst vor der Zahnbehandlung offenbar in den letzten Jahren abgenommen hat, nicht zuletzt aufgrund besserer Behandlungsverfahren, aber auch wegen der oft lediglich der Kontrolle dienenden Zahnarztbesuche, gibt es doch auch heute noch Patienten, die selbst drängendste Zahnbehandlungen so weit wie möglich hinausschieben. Das Institut der Deutschen Zahnärzte vermutet, dass rund 12 % der Bevölkerung eine über die normale Angst hinausgehende Belastung verspüren. Manche von solchen Ängstlichen werden von schmerzhaften Erinnerungen geplagt, ihnen fehlt das Wissen, wie sehr sich die Möglichkeiten für eine schmerzarme oder ganz schmerzfreie Behandlung in den letzten Jahren verbessert haben. In manchen Fällen hilft auch eine Hypnose, die sogar im Rahmen einer Implantation für deutliche Linderung sorgen kann. In besonders schweren Fällen kann eine psychotherapeutische Begleitbehandlung sinnvoll sein, um die alten Erfahrungen zu verarbeiten. In sehr schwerwiegenden Fällen kann in Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Anästhesisten auch eine Narkose gemacht werden, sie gibt es ebenfalls in verschiedenen Intensivgraden. Wie Konstantin von Laffert, Präsident der Zahnärztekammer Hamburg, vor einigen Wochen in einem Zeitungsinterview sagte, kann ein Attest auf Zahnarztphobie (beispielsweise über den Hausarzt) zur Übernahme der Kosten durch die gesetzliche Krankenkasse führen – garantiert sei das aber nicht. Patienten sollten sich im Vorfeld bei ihrer Krankenkasse entsprechend informieren.

Enge Verbindung: Zahn und Herz

Viele verschiedene Studien, nicht zuletzt der wissenschaftlichen kardiologischen Gesellschaften über Deutschland hinaus haben in der Vergangenheit bereits die enge Verbindung von Zahngesundheit und Herzgesundheit aufgezeigt. Wenn sich beispielsweise im Inneren des Zahnes eine Entzündung entwickelt und sich diese durch das umliegende harte Zahngewebe nicht ausbreiten kann, neigt der Körper dazu, eine Art „Abfluss" am Ende der Zahnwurzeln zu öffnen: Über die Blutbahnen, mit denen der Zahn mit dem gesamten Körper in Verbindung steht, werden die Schadstoffe abtransportiert. Studien haben gezeigt, dass die für die Entzündung im Mund relevanten Bakterien auch bei Herz-Entzündungen vorzufinden sind und empfehlen daher schon lange, Infektionen wie die Parodontitis schnellstmöglich in den Griff zu bekommen. Ein zügiges Eingreifen gilt auch bei Zahnwurzelentzündungen, darauf machte kürzlich ein Bericht im „Hamburger Abendblatt" aufmerksam. Spüre man einen Schmerz bei Zahnbelastung, solle möglichst rasch eine Wurzelentzündung ausgeschlossen werden. Einerseits wirke eine Betäubung im Falle einer notwendigen Behandlung bei leichter Entzündung besser als bei fortgeschrittener, andererseits lasse sich durch eine rechtzeitige Wurzelbehandlung einer Infektion des Herzens und anderer Organe über die Blutbahn am ehesten vorbeugen.

Implantatbehandlung: erfahrene Behandler

Was Krankenkassen bei Knie- und Hüftoperationen feststellen, trifft auch auf die Behandlung mit Zahnimplantaten zu: Wer ein bestimmtes operatives Verfahren häufig leistet, hat mehr Erfahrung als jemand, der sich seltener oder gerade erst mit dem operativen Vorgehen befasst. Das zeigt sich schon in der Auswahl der Patienten, die für die Behandlung infrage kommen. Die Vorgeschichte und die allgemeingesundheitliche Situation des Patienten mit Blick auf den geplanten Eingriff richtig einschätzen zu können ist eine Herausforderung, der erfahrene Ärzte und Zahnärzte eher gerecht werden können als Kolleginnen und Kollegen, die sich noch nicht so ausführlich damit befassen konnten. Wissenschaftliche Fachgesellschaften führen oft Listen von Mitgliedern, die sich einer (je nach Angebot) auch sehr ausführlichen Fortbildung unterzogen haben und sicherer im Umgang mit der individuellen Patientensituation und dem Behandlungsverfahren geworden sind. Im Fall einer anstehenden Zahnimplantat-Versorgung weist die wissenschaftliche Fachgesellschaft für Implantologie/DGI auf ihr Zahnimplantate-Infoprtal (www.dginet.de) hin, das nicht nur vielfältige fachliche Informationen bereithält, sondern auch eine „Implantologensuche": Hier findet man Mitglieder der wissenschaftlichen Gesellschaft und auch Hinweise zu speziellen Qualifikationen.

Eingerissene Mundwinkel: Ursachen und Hilfe

Sie sind meist ein Altersproblem: Wenn mit den steigenden Lebensjahren die Lippen erschlaffen, kann der Speichel oft nicht mehr im Mund gehalten werden, kleine Mengen reizen die empfindliche Haut, und in der Folge trocknet sie im Mundwinkelbereich aus. Dass „Spucke" die Lippen nicht befeuchtet, sondern austrocknet und zu Rissen nicht nur im Mundwinkel führt, wissen zwar viele Menschen – sie halten sich aber trotzdem nicht daran und lecken fast automatisch ihre Lippen, wenn diese spannen oder bereits leicht eingerissen sind. Ist die dünne Haut schon verletzt, hilft gemäß einer Information des „Diabetes Ratgeber" eine zinkhaltige Heilsalbe aus der Apotheke, die über Nacht einwirken könne.  In seltenen Fällen könne auch eine Zahnpasta-Allergie für die Hautschäden verantwortlich sein, so das Journal vor wenigen Wochen, ebenso könne ein Mangel an speziellen Mineralstoffen vorliegen. Auch eine schlecht sitzende Prothese kann zu austrocknendem Speichelfluss führen – dies sei mit dem Zahnarzt zu besprechen, der Abhilfe schaffen könne. Auf die leichte Schulter nehmen sollte man eingerissene, eventuell gar entzündete Mundwinkel nicht: Auch eine Pilzinfektion könnte die Ursache sein. Dies sei bei einem Hautarzttermin abzuklären und mit entsprechenden Medikamenten zu behandeln, da unbehandelte Hautrisse hartnäckige Probleme verursachen könnten.

Erfolgreiche Implantate: bisherige Prothetik relevant

Wissenschaftler der Universität Jena haben sich mit der Frage befasst, welche Einflussfaktoren für eine langjährig erfolgreiche Implantat-Versorgung relevant sind. Dabei betrachteten sie sowohl die biologischen Verhältnisse in dem Bereich, der für das Implantat vorgesehen war, als auch die Restbezahnung der Patienten sowie deren bereits vorhandenen Zahnersatz. Dabei zeigte sich, dass insbesondere Art und Umfang des bisherigen Zahnersatzes relevante Aussagen zur Gesundheit der Implantatstelle machten. War schon an mehreren Stellen Zahnverlust aufgetreten und durch Zahnersatz korrigiert wurden, ließ dies Rückschlüsse auf ein bereits parodontal geschädigtes Gebiss und Mundgewebe zu. Manche Krone oder Brücke zeigte aufgrund von Passungenauigkeit Nischen mit krankmachenden Keimen oder führten zu einer Fehlbelastung des Zahnbettes mit der Folge von Gewebeschäden. Die Wissenschaftler rieten dazu, vor einer Implantatbehandlung die bestehende Zahnersatzversorgung genau zu überprüfen, Patienten sollten ihre Erfahrungen mit ihrem Zahnrsatz dem Zahnarzt berichten. Eine bestehende infektiöse Parodontitis sollte vor Implantation ebenso wie freiliegende Wurzelbereiche behandelt werden, um die Anzahl riskanter Keime im Mund zu reduzieren

Ästhetik: Mundhygiene und Falten

Auf einen bisher wenig beachteten Aspekt schlechter Mundhygiene wiesen kürzlich britische Wissenschaftler hin: Werde das Zahnbett nicht sauber und gesund erhalten, könne sich der Bereich entzünden, es entstehe eine Parodontitis. Im Zuge dieser Infektionserkrankung des Hart- und Weichgewebes rund um die Zahnwurzel leide auch der Kieferknochen: Er verliere an Knochendichte. Die Knochen aber sind die Stütze der Gesichtshaut: Verliert er an Volumen, verliert die Haut Stützkraft „von innen". Sie knittert und entwickelt sogenannte Krähenfältchen. Nicht nur sorgsame Mundhygiene und regelmäßige Kontrolle beim Zahnarzt beugen solcher Entwicklung vor, sondern auch eine Knirscherschiene kann bei entsprechenden Patienten hilfreich sein:  Insbesondere wer mit geschlossenem Mund knirscht, schmirgelt seine Kauflächen ab, die Zähne verlieren an Höhe und der Kiefer damit an dem natürlichen Abstand. Die Folge: Die Haut in der Lippenregion fällt ein und entwickelt feine Fältchen. Eine maßgeschneiderte Knirscherschiene beugt der Zahnabnutzung vor.

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